Risikofaktor für Eierstockkrebs identifiziert

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Offenbar ist das Vorliegen einer Endosalpingiose ein eigenständiger Risikofaktor für Eierstockkrebs.

Wissenschaftler identifizierten einen neuen Risikofaktor für die Entstehung von Eierstockkrebs: Die sogenannte Endosalpingiose. Darüber berichteten sie in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology.

Bei der Endosalpingiose findet sich Schleimhaut, die eigentlich zum Eileiter, der sogenannten Tube, gehört, außerhalb des Eileiters. Die beiden Eileiter, die sich bei der Frau auf beiden Körperseiten im kleinen Becken befinden, sind muskuläre Schläuche, die für den Transport der Eizellen von den Eierstöcken zur Gebärmutter zuständig sind. Die Endosalpingiose geht nicht selten mit einer Endometriose einher. Hierbei findet sich analog Schleimhaut der Gebärmutter außerhalb der Gebärmutter. Es ist eine gutartige entzündliche Erkrankung, die ca. 10 bis 15 Prozent aller Frauen im reproduktiven Alter betrifft.

In der aktuellen Studie werteten die Forscher die Daten von 2.490 Frauen aus, bei denen zwischen 1990 und 2015 die Diagnose Endosalpingiose gestellt worden war. Bei 40 Prozent von ihnen bestand gleichzeitig eine Endometriose. Wie sich herausstellte, hatten die Frauen ein erhöhtes Risiko, in den Folgejahren an Eierstockkrebs zu erkranken. Dies galt auch, wenn eine Endosalpingiose ohne gleichzeitige Endometriose vorlag. Erhöht war das Risiko vor allem für klarzelligen Eierstockkrebs und für endometrioiden Eierstockkrebs, zwei verschiedene Typen von Eierstockkrebs.

Damit, so die Studienautoren, habe sich die Endosalpingiose als eigenständiger Risikofaktor für Eierstockkrebs erwiesen. Liege der Verdacht vor, dass bei bestimmten Beschwerden (unklare Bauchschmerzen, wiederkehrende Menstruationsbeschwerden) eine Endosalpingiose vorliegen könne, müsse die Diagnose sorgfältig gestellt werden. Bei nachgewiesener Endosalpingiose sei entsprechende Aufmerksamkeit geboten, um eventuell entstehenden Eierstockkrebs frühzeitig zu bemerken.

 

Quelle:

Hermens M et al. Increased association of ovarian cancer in women with histological proven endosalpingiosis. Cancer Epidemiology 2020, 65:101700. https://doi.org/10.1016/j.canep.2020.101700

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Zurück

Zuletzt aufgerufen am: 23.10.2020 21:49