Risiko für zweiten schwarzen Hautkrebs trotz Immuntherapie

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Auch nach einer Immuntherapie bei metastasiertem malignem Melanom besteht ein erhöhtes Risiko für zweite Melanome.

Dank der Einführung der Immuntherapie mit sogenannten Checkpointblockern hat zumindest ein Teil der Patienten mit metastasiertem malignem Melanom heute gute Überlebensaussichten. Doch die Betroffenen sollten darüber informiert sein, dass sie zeitlebens ein erhöhtes Risiko für weitere Erkrankungen an schwarzen Hautkrebs haben. Das gilt auch trotz der Immuntherapie, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology berichteten.

Die Forscher werteten die Daten von 2.251 Patienten aus, die wegen einer ersten Erkrankung an schwarzem Hautkrebs mit einer Immuntherapie mit einem Anti-PD-1- oder Anti-CTLA4-Checkpointblocker behandelt worden waren. Bei allen hatte der Tumor schon Tochtergeschwulste, sogenannte Metastasen, in anderen Organen gebildet, sodass die Immuntherapie notwendig wurde. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug knapp 63 Jahre, Männer waren in der Mehrzahl. 

Innerhalb kurzer Zeit trat bei fast zwei Prozent der Patienten ein weiteres malignes Melanom auf. Nach fünf Jahren lag das Risiko für ein neues malignes Melanom bei rund fünf Prozent. Besonders betroffen waren Personen, in deren enger Verwandtschaft auch schon maligne Melanome aufgetreten waren.

Damit, so die Studienautoren, habe die Studie gezeigt, dass Patienten trotz einer Immuntherapie ein erhöhtes Risiko für weitere Melanome haben. Die Immuntherapie, bei das körpereigene Immunsystem aktiviert wird, gegen Krebszellen vorzugehen, kann also nicht verhindern, dass sich zweite Melanome entwickeln. Insbesondere bei familiärer Vorgeschichte an schwarzem Hautkrebs sei deshalb erhöhte Aufmerksamkeit geboten. 

 

Quelle:

Nanda JK et al. Incidence of New Primary Cutaneous Melanoma in Patients With Metastatic Melanoma Treated With Immune Checkpoint Inhibitors. A Single-Center Cohort Study. JAMA Dermatology, Onlinevorabveröffentlichung am 16. September 2020, doi:10.1001/jamadermatol.2020.3671

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 23.10.2020 21:49