Risiko für Vulva- und Scheidenkrebs senken

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HP-Viren sind ein Risikofaktor für beide Erkrankungen. Entsprechend lässt sich das Risiko durch die Impfung gegen die krebserregenden Viren senken.

Kann die Impfung gegen krebserregende humane Papillomviren (HPV) auch dazu beitragen, die Häufigkeit von Vulva- und Scheidenkrebserkrankungen zu senken? Dieser Frage gingen Wissenschaftler in einem Beitrag in der Fachzeitschrift Der Onkologe nach.

Während Scheidenkrebs mit nur ca. 500 Neuerkrankungen pro Jahr besonders selten vorkommt, nimmt die Häufigkeit von Vulvakrebs derzeit zu, pro Jahr erkranken etwa 3.500 Frauen in Deutschland daran. Zwar sind noch immer vor allem ältere Frauen davon betroffen, jedoch ist seit geraumer Zeit auch ein Anstieg bei jüngeren Frauen zu beobachten. Hier handelt es sich zumeist um Tumoren, die mit einer HPV-Infektion in Verbindung stehen. Bei älteren Frauen hingegen entstehen die Tumoren vor allem auf dem Boden einer chronischen Hauterkrankung wie Lichen sclerosus, wenn es zu bestimmten genetischen Veränderungen in Zellen kommt. Als Risikofaktoren für Vulvakrebs gelten zudem das Rauchen und ein geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel nach Organtransplantation oder bei einer HIV-Infektion.

Mit der HPV-Impfung, die gegen mehrere krebserregende HP-Virustypen wirkt, darunter HPV 16, 31 und 33, kann ein Großteil der HPV-bedingten Vorstufen von Vulva- und Scheidenkrebs wirksam verhindert werden. Weil bei ungefähr vier von zehn Vulvakarzinomen und sieben von zehn Scheidenkarzinomen HPV gefunden wird, gehen Wissenschaftler davon aus, dass die Impfung gegen HPV auch wirksam vor der Entstehung von Vulva- und Scheidenkrebs schützen kann.

Wenn bereits eine Infektion mit HPV vorliegt, kann der Verlauf der Infektion oder schon bestehender Erkrankungen an Krebsvorstufen durch die Impfung nicht mehr beeinflusst werden. Allerdings deutete sich in Untersuchungen an, dass durch die HPV-Impfung auch das Risiko für einen Rückfall nach der Behandlung von HPV-bedingten Krebsvorstufen sinkt.

 

Quelle:

Hampl M & Dannecker C et al. Prophylaxe des Vulva- und des Vaginalkarzinoms und ihrer Vorstufen. Der Onkologe 2019, 25(5):411-9

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 16.06.2019 17:52