Risiko für schweren Verlauf bei COVID-19 senken

Nachricht vom 30.01.2023

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Die dritte Impfung gegen SARS-CoV-2 senkt bei Krebspatienten das Risiko für Komplikationen.

Krebspatienten haben, insbesondere dann, wenn sie eine Chemotherapie durchführen, ein erhöhtes Risiko, im Falle einer Infektion mit SARS-CoV-2 schwer an COVID-19 zu erkranken. Sie können dieses Risiko jedoch durch eine dritte Impfung deutlich reduzieren, wie die Ergebnisse einer Kohortenstudie in der Fachzeitschrift JAMA Oncology nahelegen.

In der Studie wurden die Daten von 289.400 Krebspatienten und mehr als einer Million nicht an Krebs erkrankten Kontrollpersonen ab 18 Jahren ausgewertet, die sich gegen SARS-CoV-2 impfen ließen. Unterschieden wurde zwischen Personen, die an einer Krebserkrankung des blutbildenden Systems (Leukämie, Lymphom) litten, Personen mit einem bösartigen Organkrebs und Personen, die nicht an Krebs erkrankt waren. Im Durchschnitt waren sie über 60 Jahre alt.

Bei den Patienten mit Leukämien oder Lymphomen kam es häufiger als bei den anderen beiden Gruppen zu sogenannten Durchbruchinfektionen, also einer COVID-19-Erkrankung trotz Impfung. Bei Patienten mit einer Krebserkrankung eines Organs jedoch traten solche Durchbruchinfektionen nicht häufiger auf als bei Personen, die nicht an Krebs erkrankt waren. Generell verliefen COVID-19-Erkrankungen bei den Krebspatienten schwerer als bei den nicht an Krebs erkrankten Personen, die Krebspatienten mussten häufiger in die Klinik eingewiesen werden und starben auch häufiger an den Folgen der Infektion. Dabei hatten Patienten mit einer Leukämie oder einem Lymphom ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf als Patienten mit Organkrebs. Doch auch aktive Chemotherapie oder die Therapie mit Anti-CD20-Antikörpern waren mit schwereren COVID-19-Verläufen verbunden.

Schutz bot die dritte Impfung gegen SARS-CoV-2: Sie senkte das Risiko sowohl für die Infektion als auch für Komplikationen im Falle einer COVID-19-Erkrankung. Einzige Ausnahme bildeten Patienten, die mit Anti-CD20-Antikörpern behandelt wurden, hier konnten die Risiken durch die dritte Impfung nicht substanziell gesenkt werden.

Krebspatienten in aktiver Therapie bzw. mit Leukämie oder Lymphom könne die dritte Impfung gegen SARS-CoV-2 empfohlen werden, um die Gefahr für schwere Krankheitsverläufe mit COVID-19 zu senken, so die Zusammenfassung der Studienautoren. 

 

Quelle:

Gong IY et al. Association of COVID-19 Vaccination With Breakthrough Infections and Complications in Patients With Cancer. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 29. Dezember 2022, doi:10.1001/jamaoncol.2022.6815

 

(KvK)

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