Reflux verhindern, Speiseröhrenkrebs vorbeugen

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Wenn eine Refluxkrankheit effizient behandelt wird, kann der Entstehung von Speiseröhrenkrebs vorgebeugt werden. 

Wenn regelmäßiger Reflux von Speisebrei aus dem Magen in die Speiseröhre, in der Fachsprache gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) genannt, das Risiko für Speiseröhrenkrebs erhöht, lässt sich dann mit einer Eindämmung des Refluxes auch das Krebsrisiko senken? Dieser Fragen gingen Wissenschaftler in einer Studie nach und veröffentlichten ihre Ergebnisse jetzt in der Fachzeitschrift JAMA Oncology.

In der rückblickenden Untersuchung wurden die Daten von Patienten aus Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden ausgewertet. Rund 48.500 von ihnen wurden wegen der Refluxkrankheit operiert, 895.000 wurden wegen der Erkrankung mit Medikamenten behandelt.

Mit zunehmendem zeitlichem Abstand von der Operation ging das Risiko, ein Adenokarzinom der Speiseröhre zu entwickeln, zurück: In den ersten fünf bis zehn Jahren nach der Operation war es im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung um das Siebeneinhalbfache erhöht, nach 15 Jahren nur noch 1,34-fach. Diese Entwicklung betraf auch Patienten mit sehr starker Refluxkrankheit. Auch bei den Patienten, die medikamentös gegen die Refluxkrankheit behandelt wurden, konnte das Risiko für ein Adenokarzinom der Speiseröhre deutlich gesenkt werden.

Die Studie zeige, so die Autoren, dass eine effiziente Behandlung der Refluxkrankheit unabhängig davon, ob sie chirurgisch oder medikamentös erfolgt, der Entwicklung von Adenokarzinomen der Speiseröhre vorbeugen könne. 

 

Quelle:

Maret-Ouda J et al. Risk of Esophageal Adenocarcinoma After Antireflux Surgery in Patients With Gastroesophageal Reflux Disease in the Nordic Countries. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 23. August 2018, doi:10.1001/jamaoncol.2018.3054

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 21.09.2018 13:53