Rauchen ungünstig für die Prognose bei Hodenkrebs

Nachricht vom 06.04.2023

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Die langfristigen Überlebensaussichten sind bei aktiven Rauchern mit fortgeschrittenem Hodenkrebs offenbar schlechter als bei Nichtrauchern.

Rauchen verschlechtert bei fortgeschrittenem Hodenkrebs, der sich bereits mit Tochtergeschwülsten, sogenannten Metastasen, in andere Organe ausgebreitet hat, die Prognose. Das zeigen die Daten einer Analyse, die in der Fachzeitschrift Journal of the National Cancer Institute veröffentlicht wurden.

Die Forscher werteten die Daten von Patienten aus, die bei metastasiertem Hodenkrebs eine Erstbehandlung mit Chemotherapie erhalten hatten. Die Daten stammten aus der dänischen Hodenkrebs-Datenbank. Darin waren auch Informationen dazu enthalten, ob die Patienten zum Zeitpunkt der Diagnose rauchten oder nicht.

Den Wissenschaftlern lagen die Informationen von 1.156 Patienten vor, von denen 602 zum Zeitpunkt der Hodenkrebsdiagnose aktive Raucher waren. Bei den Niemals-Rauchern ergab sich den Berechnungen zufolge ein Zehn-Jahres-Gesamtüberleben von 92%. Demgegenüber waren von den aktiven Rauchern nach zehn Jahren nur noch 83% am Leben, der Unterschied stellte sich in der statistischen Analyse als signifikant heraus. Ein signifikant höherer Anteil aktueller Raucher als Nichtraucher starb unmittelbar an den Folgen des Hodentumors.

Durch das Rauchen verschlechtert sich die Prognose bei metastasiertem Hodenkrebs, so die Zusammenfassung der Studienautoren. Es sei durchaus ratsam, eine Entwöhnung vom Rauchen zu versuchen.

 

Quelle:

Bandak M et al. Smoking as a prognostic factor for survival in patients with disseminated germ cell cancer. Journal of the National Cancer Institute, Onlinevorabveröffentlichung am 20. Februar 2023, https://doi.org/10.1093/jnci/djad039

 

(KvK)

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