Rauchen, Darmpolypen und Darmkrebs

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Raucher haben ein erhöhtes Risiko für Darmpolypen, die Ausgangspunkt für Darmkrebs sein können

Auch wenn der Rauch von Zigaretten nicht selbst in den Darm gerät – die Stoffe, die über das Rauchen aufgenommen werden und schließlich auch in den Darm gelangen, sind offenbar ein Risikofaktor für Darmkrebs. Wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer Causes and Control berichteten, steigert Rauchen das Risiko für bestimmte Schleimhautpolypen vor allem im linken Dickdarmabschnitt – diese können Ausgangspunkt für die Entstehung von Darmkrebs sein.

Seit längerem vermuten Experten einen Zusammenhang zwischen dem Rauchen und Darmkrebs. In der aktuellen Studie analysierten die Forscher die Daten von fast 3.000 Personen, die sich einer Darmspiegelung (Koloskopie) unterzogen hatten. Bei allen war bei der Untersuchung mindestens ein gutartiger Tumor, ein sogenanntes Adenom, festgestellt und entfernt worden, weshalb sie weitere vier Jahre lang beobachtet wurden. In einer Befragung waren zudem der Raucherstatus und andere Lebensstilfaktoren der Patienten festgehalten worden.

Die Raucher unter den Teilnehmern erlitten in den Folgejahren häufiger als die Niemals-Raucher und ehemaligen Raucher weitere Adenome. Vor allem sogenannte gezahnte („serratierte“) Polypen traten unter Rauchern häufiger auf, und das bevorzugt im linken Abschnitt des Dickdarms. Dies galt für Männer und Frauen gleichermaßen, ebenso für alle Stadien von Adenomen.

Es bleibe, so die Studienautoren, auch weiterhin offen, wie stark der Risikofaktor Rauchen für die Entstehung von Darmkrebs sei. Beispielsweise müsse geklärt werden, ob das Rauchen „nur“ die Initiierung der Polypen veranlasse oder ob es auch bei der Umwandlung der gezahnten Polypen in Darmkrebs eine Rolle spiele.

 

Quelle:

Figueiredo, J. C. et al.: Smoking-associated risks of conventional adenomas and serrated polyps in the colorectum. Cancer Causes Control 2015, 26:377-386

(kvk)

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Aktualisiert am: 27.09.2016 16:39