Rauchen, BMI und Bauchspeicheldrüsenkrebs: Hängen zusammen

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Bei Rauchern spielt Übergewicht als Risikofaktor für Bauchspeicheldrüsenkrebs offenbar eine geringere Rolle als bei Nichtrauchern.  

Ein hoher Body Mass Index als Ausdruck von zu hohem Körpergewicht geht mit einem erhöhten Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs einher. Doch hängt diese Verbindung offenbar noch von einem dritten Faktor ab, dem Rauchen. Das berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention.

Die Forscher analysierten in ihrer Untersuchung die Daten aus der Cancer Prevention Study-II, die 1982 begonnen wurde und an der 420.543 Niemalsraucher, 282.244 ehemalige Zigarettenraucher und 219.885 aktive Zigarettenraucher teilgenommen hatten. Die Teilnehmer waren zu Studienbeginn zu ihren Rauchgewohnheiten befragt worden. Im weiteren Verlauf wurde erfasst, wenn sich daran etwas änderte. Die Daten der ersten drei Jahre der Beobachtungszeit wurden in der aktuellen Analyse nicht berücksichtigt, um keine Verfälschungen in den Ergebnissen zu erhalten. In der sich dann anschließenden Beobachtungszeit von 1985 bis 2014 starben 7.904 Teilnehmer an Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Wie sich herausstellte, war der Zusammenhang zwischen einem erhöhten BMI und dem Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs bei aktiven Viel-Rauchern (mindestens 20 Zigaretten pro Tag) weniger stark ausgeprägt als bei Niemalsrauchern. Bei ehemaligen Rauchern hingegen spielte der BMI eine ähnliche Rolle hinsichtlich des Risikos für Bauchspeicheldrüsenkrebs wie bei Nichtrauchern.

Offenbar, so die Studienautoren, spiele ein hoher BMI als Ausdruck für ein erhöhtes Körpergewicht vor allem dort als Risikofaktor für Bauchspeicheldrüsenkrebs eine Rolle, wo nicht geraucht werde. Dies müsse vor allem auch bei der Teilnehmerauswahl in künftigen Studien berücksichtigt werden. 

 

Quelle:

Jacobs EJ et al. A Large Cohort Study of Body Mass Index and Pancreatic Cancer by Smoking Status. Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention, Onlinevorabveröffentlichung am 21. Oktober 2020, doi: 10.1158/1055-9965.EPI-20-0591

 

(KvK)

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