Rauchen: Auch gelegentlich ein Krebsrisiko

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Auch wer nur ab und an zur Zigarette greift, setzt sich einem erhöhten Krebsrisiko aus. Das zeigt eine Untersuchung anhand von Urinproben.

Rauchen ist nachgewiesenermaßen ein Risikofaktor für bestimmte Krebserkrankungen wie Lungen- oder Brustkrebs. Auch wenn starke Raucher ein besonders hohes Risiko für Krebs eingehen, kommt die schädigende Wirkung schon bei gelegentlichem Rauchen zur Geltung. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie, die in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention veröffentlicht wurden.

Anhand der Daten von 18.835 erwachsenen Personen ab 20 Jahren wurde der Zusammenhang von gelegentlichem Rauchen und der Häufigkeit von Krebserkrankungen untersucht. Die Daten waren in den Jahren 2007 bis 2014 erhoben worden. Mithilfe von Fragebögen wurden die Teilnehmer unter anderem zu ihrem Rauchverhalten befragt. Darüber hinaus wurde die Konzentration von Cotinin im Urin, einem Abbauprodukt des Nikotins, zum Rauchverhalten in Beziehung gesetzt. Während Nikotin nach der Aufnahme in den Körper rasch wieder ausgeschieden wird und deshalb schon nach kurzer Zeit nicht mehr nachweisbar ist, kann Cotinin auch noch viele Stunden nach dem Rauchen im Urin gemessen werden.

Rund 78 Prozent der befragten Personen gaben an, Nichtraucher zu sein. Rund 18 Prozent erwiesen sich nach eigenen Angaben als aktive Raucher, die tatsächlich täglich zur Zigarette oder Zigarre griffen, rund vier Prozent rauchten nur gelegentlich, also an einigen Tagen im Monat. Bei zwei Prozent der selbsternannten Nichtraucher fand sich Cotinin in einer Konzentration im Urin, wie sie bei aktivem Rauchen vorkommt. Bei den selbst erklärten aktiven Rauchern war dies bei 99 Prozent der Fall, bei den Gelegenheitsrauchern bei 70 Prozent. Und auch die krebserregende Substanz 4-(Methylnitrosamino)-1-(3-Pyridyl)-1-Butanol (NNAL), die beim Rauchen anfällt, war im Urin der Gelegenheitsraucher zwar niedriger als bei den aktiven Rauchern, aber auch erheblich höher als bei den Nichtrauchern. Dabei stieg die Konzentration von Cotinin und NNAL im Urin mit der Anzahl der gerauchten Zigaretten und den Rauchertagen pro Monat an.

Auch gelegentliche Raucher, die nur an ein paar Tagen im Monat zur Zigarette greifen, setzen sich einem erhöhten Risiko für Krebserkrankungen aus, weil die Konzentration krebserregender Substanzen in ihrem Körper ansteigt, so die abschließende Interpretation der Studienautoren.

 

Quelle:

Gutiérrez-Torres DS et al. Concentrations of cotinine and 4-(methylnitrosamino)-1-(3-pyridyl)-1-butanol (NNAL) in US non-daily cigarette smokers. Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention, Onlinevorabveröffentlichung am 18. März 2021, doi: 10.1158/1055-9965.EPI-20-1601

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 24.06.2021 16:27