Radioligandentherapie bei fortgeschrittenem Prostatakrebs

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Kann in bestimmten Fällen Überlebensvorteile bringen.

Wenn Prostatakrebs nicht auf eine antihormonelle Therapie anspricht und sich mit Tochtergeschwülsten (Metastasen) in andere Organe ausbreitet, sind die weiteren Behandlungsmöglichkeiten begrenzt. In manchen Fällen kann sich offenbar eine Therapie mit dem Radioliganden Lutetium-177 lohnen, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine berichteten.

An der Studie nahmen 831 Patienten mit metastasiertem Prostatakrebs teil, der nicht oder nicht mehr auf eine antihormonelle Therapie ansprach (kastrationsresistenter Prostatakrebs). Sie erhielten eine Therapie mit dem Radioliganden Lutetium-177 über vier bis sechs Zyklen oder die Standardpflege. Der Radioligand wird unmittelbar an das Tumorgewebe gebracht und kann dort Beta-Strahlung aussenden, die nur in der unmittelbaren Umgebung wirkt.

Die Beobachtungszeit betrug knapp zwei Jahre. Durch die Therapie mit dem Radioliganden verlängerte sich das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, gegenüber der Standardpflege signifikant. Auch das Gesamtüberleben war signifikant besser. Zwar traten unter der Radioligandentherapie mehr Nebenwirkungen Grad 3 oder mehr auf, jedoch litt die Lebensqualität der Patienten darunter nicht.

Die Behandlung mit dem Radioliganden Lutetium-177 könne bei Patienten mit kastrationsresistentem metastasiertem Prostatakrebs offenbar Überlebensvorteile bringen, so die Einschätzung der Studienautoren.

 

Quelle:

Sartor O et al. Lutetium-177–PSMA-617 for Metastatic Castration-Resistant Prostate Cancer. New England Journal of Medicine 2021; 385:1091-103

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 26.10.2021 15:47