Radioembolisation bei Lebermetastasen

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Bei durch Darmkrebs ausgelösten Lebermetastasen kann eine Radioembolisation zusätzlich zur Chemotherapie in der Zweitbehandlung die Krankheit verzögern.

Patienten mit Lebermetastasen bei Darmkrebs profitieren offenbar davon, wenn sie in der Zweitbehandlung zusätzlich zur Chemotherapie eine transarterielle Yttrium-90-Radioembolisation (TARE) erhalten. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology.

An der international durchgeführten Studie nahmen 428 Patienten teil, die bei einer Erkrankung an Darmkrebs Lebermetastasen entwickelt und auf die erste Chemotherapie nicht oder nicht mehr genügend angesprochen hatten. Nun erhielten sie eine zweite Chemotherapie mit oder ohne TARE. Bei TARE werden Strahlen-aussendende Kügelchen direkt in die Arterien eingebracht, die die Leber versorgen. Dadurch gelangen sie in die Nähe der Lebermetastasen und können den Tumor praktisch von innen bestrahlen.

Durch die zusätzliche Radioembolisation konnte in der Studie das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, signifikant verlängert werden. Mehr Patienten in der TARE-Gruppe sprachen auf die Zweitbehandlung an, und die Lebermetastasen entwickelten sich langsamer weiter. Auf die Gesamtüberlebenszeit wirkte sich die zusätzliche Therapie zumindest in der Gesamtgruppe der Patienten nicht aus.

Die Studienautoren bewerteten die Ergebnisse der Untersuchung als positiv und regten weitere Untersuchungen zur Radioembolisation bei Patienten mit Lebermetastasen bei Darmkrebs an.

 

Quelle:

Mulcahy MF et al. Radioembolization With Chemotherapy for Colorectal Liver Metastases: A Randomized, Open-Label, International, Multicenter, Phase III Trial. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 20. September 2021, DOI https://doi.org/10.1200/JCO.21.01839

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 26.10.2021 15:59