Psychoedukation bei Krebs

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Eine wirksame Methode, um den Umgang mit der Krankheit zu erleichtern.

Krebspatienten kann es im Umgang mit ihrer Krankheit helfen, neben psychotherapeutischer Unterstützung auch psychoedukative Interventionen zu durchlaufen. Darüber wird in einem Beitrag in der Fachzeitschrift Der Onkologe berichtet. 

Unter Psychoedukation werden Maßnahmen verstanden, die auf die Vermittlung von Informationen und die Schulung der Patienten ausgerichtet sind. Sie sollen den Patienten helfen, wieder Kontrolle über sich und ihren Körper zu gewinnen und Strategien zum Selbstmanagement zu entwickeln. Die Patienten erhalten gezielte Beratung und Wissensvermittlung über die Tumorerkrankung, die Behandlungs- und Rehabilitationsmöglichkeiten, allgemeines gesundes Verhalten. Zudem werden ihnen konkrete Übungen und Handlungsanweisungen für verschiedene Probleme vermittelt, etwa bei besonderem Stress durch berufliche oder familiäre Belastungen, Therapieanstrengungen oder Ängsten zum ungewissen Krankheitsausgang. Strategien zur Selbstkontrolle werden vermittelt, zum Beispiel durch Entspannungstechniken wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder gelenkte Imagination. 

Dies alles findet je nach Bedarf und Art der Intervention in Einzel- oder Gruppensitzungen statt. Einige Interventionen bestehen aus nur einer einzigen Sitzung, andere erstrecken sich über mehrere Monate.

Psychoedukation kann bei Krebspatienten zahlreiche positive Effekte hervorrufen. Langfristig verbessert sich die Lebensqualität der Betroffenen. Aber auch kurzfristig sind Wirkungen messbar. So können psychoedukative Interventionen die Angst und Depressivität vor Operationen und Chemotherapie reduzieren und die Angst vor einem Wiederkehren des Tumors mindern. Und selbst tumor- und therapiebedingte Beschwerden wie Fatigue und Schmerzen können gelindert, die Schlafqualität angehoben werden. Allgemein verbessert sich infolge psychoedukativer Maßnahmen das Wohlbefinden von Krebspatienten.

 

Quelle:

Weis J & Heckl U et al. Psychoedukation mit Krebspatienten. Hintergrund und wissenschaftliche Evidenz. Der Onkologe 2021, 27(1):54-62

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 15.05.2021 21:23