Prostatakrebsmetastasen: Welches Organ ist betroffen?

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Wie gut die Überlebensaussichten sind, hängt nicht unwesentlich davon ab, in welchem Organ die Metastasen vorkommen. 

Breitet sich Prostatakrebs in andere Organe aus und bildet dort Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, sinken die Überlebensaussichten. In welchem Ausmaß dies geschieht, hängt offenbar erheblich davon ab, welches Organ von den Metastasen betroffen ist. Das berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology.

Die Forscher werteten die Daten von fast 9.000 Männern aus, die an metastasiertem Prostatakrebs erkrankt waren und (in insgesamt neun klinischen Studien) mit einer Docetaxel-haltigen Chemotherapie behandelt worden waren. Die Metastasen befanden sich an verschiedenen Stellen und wurden folgendermaßen kategorisiert: in den Lymphknoten, in den Knochen mit oder ohne Lymphknotenbefall, in der Lunge oder in der Leber.

Die meisten Patienten (fast drei Viertel) wiesen Metastasen in den Knochen mit oder ohne Lymphknotenbefall auf. Die schlechtesten Überlebenschancen hatten Patienten mit Lebermetastasen. Am längsten lebten im Durchschnitt Patienten, bei denen nur die Lymphknoten, nicht jedoch andere Organe befallen waren – von ihnen war die Hälfte nach fast 32 Monaten noch am Leben. 

Im Vergleich zu Leber- und Lungenmetastasen sind Knochen- und Lymphknotenmetastasen bei Prostatakrebs mit einem besseren Überleben verbunden, so die Zusammenfassung der Studienautoren. Hier gebe es weiteren Studienbedarf – hinsichtlich biologischer Unterschiede der verschiedenen Metastasenorte und bezüglich der Intensität von Therapien.

 

Quelle:

Halabi, S. et al.: Meta-Analysis Evaluating the Impact of Site of Metastasis on Overall Survival in Men With Castration-Resistant Prostate Cancer. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 7. März 2016, doi: 10.1200/JCO.2015.65.7270

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 26.09.2017 21:52