Prostatakrebs: Zusätzliche Bestrahlung bei Lymphknotenbefall

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Sind bei Prostatakrebs die Lymphknoten befallen, kann nach der Operation eine Strahlentherapie zusätzlich zur Hormonentzugstherapie Überlebensvorteile bringen. 

Wie intensiv Prostatakrebs, der bereits in die Lymphknoten, aber noch nicht in andere Organe gestreut hat, nach der Operation behandelt werden sollte, ist derzeit noch umstritten. In einer aktuellen Studie in der Fachzeitschrift Cancer zeigte sich, dass Patienten von einer Strahlentherapie, die zusätzlich zur unterstützenden (adjuvanten) Hormonentzugstherapie angewandt wird, profitieren können.

An der Studie nahmen mehr als 2.500 Patienten teil, die sich in den Jahren 2003 bis 2011 wegen eines Adenokarzinoms der Prostata einer Operation unterzogen. Bei allen lag ein Lymphknotenbefall vor. Sie erhielten nach der Operation eine unterstützende, sogenannte adjuvante Hormonentzugstherapie, bei der die Wirkung der Androgene, der männlichen Sexualhormone, unterdrückt wird. Rund ein Drittel der Patienten erhielt zudem eine Strahlentherapie.

Die zusätzliche Strahlentherapie wurde häufiger Patienten verabreicht, die ihre Diagnose in den späteren Jahren erhalten hatten, die bei der Diagnose jünger als 65 Jahre waren, die weniger befallene Lymphknoten aufwiesen oder bei denen bei der Operation positive Tumorränder übrigblieben. Die Patienten, die zusätzlich bestrahlt wurden, hatten ein signifikant besseres Fünf-Jahresgesamtüberleben als die Patienten, die keine zusätzliche Bestrahlung erhielten. Dabei bestand keine Interaktion zwischen diesem Zusammenhang und anderen potenziellen Einflussfaktoren wie der Zahl der befallenen Lymphknoten, positiven Tumorrändern, dem Gleason-Score oder der Höhe des prostataspezifischen Antigens.

Offenbar verbessere eine Strahlentherapie zusätzlich zur adjuvanten Hormonentzugstherapie bei Patienten mit Prostatakrebs und positivem Lymphknotenbefall die Prognose, so die Schlussfolgerung der Studienautoren.

 

Quelle:

Jegadeesh, N. et al.: The role of adjuvant radiotherapy in pathologically lymph node positive prostate cancer. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 8. November 2016, DOI: 10.1002/cncr.30373

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 12.12.2017 18:26