Prostatakrebs: Weitere Option bei hohem Risiko für Metastasen

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Auch eine Therapie mit Enzalutamid, einem Hemmstoff des Androgenrezeptor-Signalweges, kann bei Prostatakrebspatienten mit hohem Risiko die Entstehung von Metastasen deutlich hinauszögern.

Die Androgene, die männlichen Sexualhormone, werden mit einer sogenannten Androgendeprivationstherapie unterdrückt, und dennoch steigt Prostata-spezifisches Antigen (PSA) im Blut wieder deutlich an - dann besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich Prostatakrebs in andere Organe ausbreitet und Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, bildet. Wie sich in einer aktuellen Studie herausgestellt hatte, kann eine Therapie mit dem Androgenrezeptor-Hemmer Apalutamid diese Entwicklung offenbar nachhaltig verzögern (s. DKG-Meldung vom 20. Februar 2018). Doch auch eine Therapie mit Enzalutamid, einem Hemmstoff des Androgenrezeptor-Signalweges, kann, wie einer Studie im Journal of Clinical Oncology zu entnehmen ist, die Entwicklung von Metastasen bei diesen Patienten aufhalten. 

An der sogenannten PROSPER-Studie beteiligten sich 1.401 Männer mit nicht-metastasiertem Prostatakarzinom, bei denen sich der PSA-Wert innerhalb von zehn Monaten verdoppelt hatte. Sie führten ihre bis dato angewendete Androgendeprivationstherapie weiter und erhielten außerdem entweder Enzalutamid oder ein Scheinmedikament (Placebo). 

Bei der Hälfte der Patienten aus der Enzalutamidgruppe dauerte es knapp 37 Monate, bis erste Metastasen auftraten – bei der Hälfte der Patienten aus der Placebogruppe nur knapp 15 Monate. Auch der Zeitpunkt, ab dem wieder eine neue Therapie gegen den Prostatakrebs eingeleitet werden musste, konnte durch Enzalutamid hinausgezögert werden. In einer ersten Zwischenanalyse war darüber hinaus ein Trend für ein besseres Gesamtüberleben unter Enzalutamid zu erkennen.

Unter der Therapie mit Enzalutamid traten mehr Nebenwirkungen als unter Placebo auf, allerdings war die nebenwirkungsbedingte Abbruchrate mit zehn Prozent gegenüber acht Prozent kaum höher.

Nach Aussage der Studienautoren könne eine Therapie mit Enzalutamid bei Patienten mit nicht-metastasiertem Prostatakrebs und rasch steigenden PSA-Werten das Risiko für die Entwicklung von Metastasen gegenüber Placebo signifikant um 71 Prozent senken.

 

Quelle:

Hussain M et al. PROSPER: A phase 3, randomized, double-blind, placebo (PBO)-controlled study of enzalutamide (ENZA) in men with nonmetastatic castration-resistant prostate cancer (M0 CRPC). Journal of Clinical Oncology 2018, 36 (suppl 6S; abstr 3)

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 17.11.2018 22:47