Prostatakrebs: Was der PSA-Verlauf aussagt

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Wiederholte Messungen des PSA-Werts im Krankheitsverlauf erlauben bei Patienten, die aktiv überwacht werden, Aussagen über die Prognose. Offenbar gilt dies allerdings nicht für alle Patienten.

Bei noch lokal begrenztem Prostatakrebs muss nicht immer unverzüglich mit einer Therapie begonnen werden – auch eine aktive Überwachung mit regelmäßigen Kontrollen des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) im Blut ist möglich. Ob sich die Erfassung des PSA-Profils in allen Fällen dazu eignet, den Krankheitsverlauf und die Prognose abzuschätzen, untersuchten dänische Wissenschaftler in einer Studie, deren Ergebnisse kürzlich in der Fachzeitschrift Annals of Oncology erschienen.

Für ihre Analyse stützten sich die Forscher auf die Daten von 263 Patienten, die an lokal begrenztem Prostatakrebs litten und nicht sofort behandelt, sondern „überwacht“ wurden. Alle Patienten überlebten die Krebsdiagnose mindestens zwei Jahre, bei allen wurde der PSA-Wert mindestens dreimal bestimmt. Die Forscher legten den Ausgangswert PSA-Wert als Basis für eine Einteilung der Patienten in drei Gruppen (≤ 10 ng/mL, 10,1-25 ng/mL und > 25 ng/mL) zugrunde und beobachteten anschließend das PSA-Verhalten im Zusammenhang mit dem weiteren Krankheitsverlauf.

Die Hälfte der Patienten wurde fast 14 Jahre und länger beobachtet. Nur bei den Patienten, die einen Ausgangs-PSA von 10,1-25 ng/mL hatten, konnte der PSA-Verlauf statistisch mit der Prognose in Verbindung gebracht werden: Unter den Patienten, bei denen sich der PSA-Wert innerhalb von drei Jahren verdoppelte, betrug das Risiko, innerhalb von 13 Jahren an der Erkrankung zu sterben, 62 Prozent. Bei einer Verdopplung des Ausgangs-PSA frühestens nach drei Jahren, lag es bei 16,3 Prozent. Bei den Patienten mit einem Ausgangs-PSA-Wert ≤ 10 ng/mL oder > 25 ng/mL, war hingegen kein Zusammenhang zwischen Änderungen des PSA-Profils und der 13-Jahressterblichkeit an Prostatakrebs festzustellen.

Wie gut das Sterberisiko an der Bewegung des PSA-Werts abgelesen werden könne, hänge bei Patienten mit lokal begrenztem Prostatakrebs, die aktiv überwacht werden, offenbar nicht unwesentlich vom Ausgangs-PSA ab, schlussfolgern die Studienautoren. Dies mache eine differenzierte Betrachtung von PSA und seiner Entwicklung im Krankheitsverlauf notwendig.

 

Quelle:

Thomsen, F. B. et al. Association between PSA kinetics and cancer-specific mortality in patients with localised prostate cancer: analysis of the placebo arm of the SPCG-6 study. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 17. Dezember 2015, doi: 10.1093/annonc/mdv607

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 25.05.2017 17:35