Prostatakrebs: Mehr Therapien bei hohem Risiko?

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Besteht ein hohes Risiko, dass Prostatakrebs trotz einer Operation weiter voranschreitet, kann eine Kombination von Strahlentherapie, Antihormontherapie und Chemotherapie die Aussichten verbessern.

Patienten mit Hoch-Risiko-Prostatakrebs profitieren davon, wenn sie nach der Operation, bei der die Prostata entfernt wird, eine unterstützende (adjuvante) Strahlentherapie erhalten. Werden sie zusätzlich mit einer Antihormontherapie zur Unterdrückung der männlichen Sexualhormone (Antiandrogentherapie) und einer Chemotherapie mit Docetaxel behandelt, kann die Zeit, bis die Krankheit weiter voranschreitet, zusätzlich verlängert werden. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer.

An der Studie nahmen 74 Patienten mit Hoch-Risiko-Prostatakrebs teil, die nach der Operation beispielsweise noch immer erhöhtes prostataspezifisches Antigen (PSA) von mehr als 0,2 ng/ml oder einen Gleason-Score von mindestens 7 hatten. In einem solchen Falle ist das Risiko, dass die Krankheit trotz des chirurgischen Eingriffs weiter voranschreitet, erhöht. Die Patienten erhielten nach der Prostataentfernung eine Strahlentherapie, sechs Monate lang eine Antiandrogentherapie sowie sechs Zyklen Chemotherapie mit Docetaxel. Ziel dieser Therapie war es, die krankheitsfreie Rate unter den Patienten von 50 Prozent auf mindestens 70 Prozent zu erhöhen. Die Beobachtungszeit betrug rund viereinhalb Jahre.

Bei der überwiegenden Mehrheit der Patienten lag ein Tumorstadium pT3 vor. Tatsächlich betrug die Rate an krankheitsfreien Fällen nach drei Jahren 73 Prozent, war also höher als die zum Ziel gesetzten 70 Prozent. Bei einem Viertel der Patienten kam es zu einem biochemischen Rückfall (messbar am PSA-Anstieg), bei sieben Prozent traten Metastasen (Tochtergeschwülste) in anderen Organen auf. Kein Patient erlitt einen Rückfall unmittelbar an der Ausgangsstelle des Tumors.

Unter der Therapie kam es häufiger zu einem Rückgang weißer Blutzellen (Neutropenie) Grad 3 und 4, jedoch waren nur drei Fälle mit Fieber (febrile Neutropenie) darunter. Späte Nebenwirkungen infolge der systemischen Therapie wurden nicht beobachtet.

Bei Prostatakrebspatienten mit hohem Risiko nach der Operation könne eine Kombination von Strahlentherapie mit systemischen Therapien (Antiandrogentherapie, Chemotherapie) die Krankheit offenbar wirkungsvoll aufhalten, so die Studienautoren. Weitere Studien seien notwendig, um die optimale Kombination lokaler und systemischer Therapien auszuloten.

 

Quelle:

Hurwitz, M. D. et al.: Adjuvant radiation therapy, androgen deprivation, and docetaxel for high-risk prostate cancer postprostatectomy: Results of NRG Oncology/RTOG study 0621. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 21. März 2017, DOI: 10.1002/cncr.30620  

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 13.12.2017 17:19