Prostatakrebs: Drei Therapien kombinieren

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Wenn ein hohes Risiko dafür besteht, dass lokal begrenzter Prostatakrebs weiter voranschreitet, kann es sich lohnen, zur Strahlentherapie und antihormonellen Therapie noch eine Chemotherapie hinzuzufügen.

Bei Patienten mit lokal begrenztem Prostatakrebs, bei dem ein hohes Risiko für einen ungünstigen Krankheitsverlauf mit einer Ausbreitung (Metastasierung) in andere Organe besteht, ist die Strahlentherapie in Kombination mit einer antihormonellen Therapie zur Unterdrückung der Wirkung männlicher Geschlechtshormone eine mögliche Standardbehandlung. Wenn dem noch eine Chemotherapie mit dem Wirkstoff Docetaxel hinzugefügt wird, lassen sich die Überlebensaussichten nochmals verbessern, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology mitteilten.

Die Forscher werteten die Daten von 563 Patienten mit lokal begrenztem Prostatakrebs aus, die entweder mit Strahlentherapie, antihormoneller Therapie und Docetaxel-basierter Chemotherapie oder mit Strahlentherapie und antihormoneller Therapie allein behandelt worden waren. Bei der antihormonellen Therapie handelt es sich um eine Langzeittherapie, die mindestens zwei Jahre andauert. Die Docetaxel-basierte Chemotherapie begann einige Zeit nach Beendigung der Strahlentherapie und wurde über sechs Zyklen geführt.

Die Kombination von Strahlentherapie, antihormoneller Therapie und Chemotherapie zahlte sich aus: Die Gesamtüberlebensrate nach vier Jahren war nach dieser Therapie signifikant höher als nach Strahlentherapie und antihormoneller Therapie allein. Nicht nur das Gesamtüberleben war in der Strahlen-Antihormon-Chemotherapie-Gruppe besser, es traten auch weniger Todesfälle als unmittelbare Folge des Prostatakarzinoms auf. Die Patienten dieser Gruppe entwickelten seltener Metastasen in anderen Organen und blieben länger krankheitsfrei als die Patienten, die nur eine Strahlentherapie und antihormonelle Therapie erhalten hatten.

Bei Patienten mit zwar noch lokal begrenztem Prostatakrebs, der aber ein hohes Risiko für Rückfälle und eine weitere Ausbreitung hat, zahle sich eine Chemotherapie mit Docetaxel zusätzlich zur Strahlentherapie und langjährigen antihormonellen Therapie aus, so die Schlussfolgerung der Studienautoren. Allerdings traten bei der Dreifachtherapie mehr schwere Nebenwirkungen auf als bei Strahlen- und Antihormontherapie allein. Diese Nebenwirkungen betrafen vor allem das blutbildende System. Es müsse daher im Einzelfall gründlich abgewogen werden, wer tatsächlich von der zusätzlichen Chemotherapie profitieren kann und wer nicht.

 

Quelle:

Rosenthal SA et al. Effect of Chemotherapy With Docetaxel With Androgen Suppression and Radiotherapy for Localized High-Risk Prostate Cancer: The Randomized Phase III NRG Oncology RTOG 0521 Trial. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 12. März 2019, https://doi.org/10.1200/JCO.18.02158

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 14.12.2019 17:43