Prostatakrebs: Auf Langzeitfolgen achten

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Vor allem nach einer Strahlentherapie besteht ein erhöhtes Risiko für Enddarmkrebs, weil der Darm in der Nähe des Bestrahlungsfeldes liegt.

Prostatakrebspatienten, die mit einer Therapie von ihrer Krankheit geheilt werden, haben ein erhöhtes Risiko, später an Darmkrebs zu erkranken. Dies ist das Ergebnis einer Studie in der Fachzeitschrift Cancer.

In der Untersuchung waren die Daten von mehr als 14.000 Prostatakrebspatienten und fast 70.000 nicht daran erkrankten Männern verglichen worden. Die ehemaligen Prostatakrebspatienten erkrankten signifikant häufiger an Dick- oder Enddarmkrebs als die Kontrollpersonen. Enddarmkrebs war die häufigere Diagnose insbesondere bei Patienten, die eine Strahlentherapie erhalten hatten – hier war das Risiko für Enddarmkrebs im Vergleich zu Prostatakrebspatienten, die nicht bestrahlt worden waren, zweifach erhöht. 

Nach der Diagnose Prostatakrebs steige das Risiko für Dick- oder Enddarmkrebs, so die Zusammenfassung der Studienautoren. Am höchsten sei es für Enddarmkrebs nach einer Strahlentherapie. Prostatakrebspatienten müsse ein intensiviertes Screening für Darmkrebs angeboten werden, um eventuelle Darmtumoren frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

 

Quelle:

Desautels, D. et al.: Risk of colorectal cancer after the diagnosis of prostate cancer: A population-based study. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 25. Februar 2016, DOI: 10.1002/cncr.29919

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 24.11.2017 12:28