Prostatakrebs auch bei Jüngeren

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Die Häufigkeit der Erkrankung nimmt unter Jüngeren zu.

Prostatakrebs ist eigentlich eine Erkrankung des höheren Lebensalters, im Durchschnitt sind die Erkrankten bei der Diagnose 70 Jahre alt. Doch melden Wissenschaftler, dass offenbar auch immer jüngere Menschen daran erkranken. Die Gründe dafür, so der Bericht in der Fachzeitschrift Cancer, sind derzeit noch weitgehend unbekannt.

Die Forscher werteten Daten aus dem US National Cancer Institute Surveillance, Epidemiology, and End Results Program sowie der Datenbank des Institutes for Health Metrics and Evaluation Global Burden of Disease aus. Demnach stieg die Häufigkeit von Prostatakrebs weltweit in allen Altersgruppen zwischen 15 und 40 Jahren an, seit 1990 mit einer jährlichen Steigerungsrate um zwei Prozent. In den USA hatten die jüngeren Patienten (15-40 Jahre) sechsmal häufiger bereits Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, in anderen Organen, wenn der Krebs zum ersten Mal diagnostiziert wurde. Auch hatten die jüngeren Patienten in allen Tumorstadien schlechtere Überlebensaussichten als die älteren.

Die Ursachen für den beobachteten Trend können nach Ansicht der Studienautoren vielfältig sein. Lebensstilfaktoren wie mangelnde körperliche Bewegung, zunehmende Fettleibigkeit, HPV-Infektionen, Umweltgifte könnten ebenso eine Rolle spielen wie Unterschiede in der Diagnostik. Weitere Untersuchungen müssten nun zeigen, ob sich die biologischen Eigenschaften bösartiger Prostatatumoren bei jüngeren und älteren Patienten womöglich unterscheiden.

 

Quelle:

Bleyer A et al. Prostate cancer in young men: An emerging young adult and older adolescent challenge. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 25. September 2019, https://doi.org/10.1002/cncr.32498

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 05.12.2019 17:28