Prostatakrebs: Androgenrezeptor-Hemmer bei hohem Risiko

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Durch eine Therapie mit dem Androgenrezeptor-Hemmer Apalutamid kann in bestimmten Situationen die Zeit, bis sich Prostatakrebs in andere Organe ausbreitet, erheblich verlängert werden.

Viele Patienten mit Prostatakrebs profitieren von einer Therapie, die die Wirkung der männlichen Sexualhormone, der sogenannten Androgene, unterdrückt, also einer Androgendeprivationstherapie. Doch nicht selten entwickelt sich nach einer gewissen Zeit eine Resistenz gegenüber der Behandlung, und der Krebs breitet sich doch noch mit Tochtergeschwülsten in andere Organe aus. Bei Männern mit einem hohen Risiko für solche Metastasen kann der Androgenrezeptor-Hemmer Apalutamid diese Entwicklung offenbar nachhaltig verzögern, wie aus einer Studie in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine hervorgeht.

An der Studie nahmen 1.207 Patienten mit Prostatakrebs teil, der sich zu Beginn noch nicht in andere Organe ausgebreitet hatte, jedoch schon nicht mehr ausreichend auf die bisherige antiandrogene Therapie (beidseitige Hodenentfernung oder Behandlung mit GnRH-Analoga) reagierte. Bei den Patienten hatte sich der Wert des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) im Blut innerhalb von maximal zehn Monaten bereits verdoppelt, und es bestand ein hohes Risiko für Metastasen. 806 Studienteilnehmer erhielten eine Therapie mit Apalutamid, die übrigen 401 wurden mit einem Scheinmedikament (Placebo) behandelt. Außerdem führten alle Patienten ihre bisherige Androgendeprivationstherapie weiter.

Die zusätzliche Behandlung mit Apalutamid zahlte sich aus: Von den damit behandelten Patienten war die Hälfte 40,5 Monate oder länger metastasenfrei. In der Gruppe der mit Placebo behandelten Patienten gelang dies nur 16,2 Monate lang. Auch die Zeit, bis die Krankheit mit Symptomen weiter voranschritt, war unter Apalutamid signifikant länger als unter Placebo. Häufigere Nebenwirkungen unter Apalutamid waren Hautausschlag (Rash), eine Unterfunktion der Schilddrüse und Knochenbrüche.

Eine Behandlung mit dem Androgenrezeptor-Hemmer Apalutamid kann bei Patienten mit nicht-metastasiertem Prostatakrebs und hohem Risiko für eine Metastasenbildung gegenüber Placebo die metastasenfreie Zeit und die Zeit bis zur Verschlimmerung von Symptomen wirksam hinauszögern, so die Zusammenfassung der Studienautoren.

 

Quelle:

Smith M R et al. Apalutamide Treatment and Metastasis-free Survival in Prostate Cancer. New England Journal of Medicine, Onlinevorabveröffentlichung am 8. Februar 2018, DOI: 10.1056/NEJMoa1715546

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 15.11.2018 09:31