Prostatakrebs: Abirateron zusätzlich zur Antihormontherapie vorteilhaft

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Eine Kombination von antiandrogener Therapie und Abirateron bringt bei fortgeschrittenem Prostatakrebs erhebliche Überlebensvorteile.

Wenn sich Prostatakrebs bereits lokal oder mit Metastasen in andere Organe ausgebreitet hat, lohnt es, zusätzlich zur Antihormontherapie Abirateron zu verabreichen. Das geht aus den Ergebnisse zweier großer Studien hervor, die auf der 53. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology in Chicago vorgestellt und in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden (LATITUDE [1] und STAMPEDE [2]).

Mithilfe der Antihormontherapie wird die tumorwachstumsfördernde Wirkung der männlichen Sexualhormone, der sogenannten Androgene, gehemmt, weshalb die Therapie auch als Antiandrogentherapie bezeichnet wird. Abirateron wiederum hemmt ein bestimmtes Enzym, das anders als die herkömmlichen Androgenentzugstherapien auch die Bildung von Androgenen außerhalb der Hoden unterdrückt. Bei metastasierten Prostatatumoren, die nicht mehr auf eine Antiandrogentherapie ansprechen und nach einer Chemotherapie weiter voranschreiten, darf Abirateron bereits als weitere Therapieoption eingesetzt werden.

In der jetzt veröffentlichten LATITUDE-Studie erhielten 1.199 Patienten mit metastasiertem Prostatakrebs entweder eine übliche Antiandrogentherapie plus zwei Scheinmedikamente (Placebo; Kontrollgruppe) oder die Antiandrogentherapie plus Abirateron und Prednison (Abiraterongruppe). Nach rund 35 Monaten war die Hälfte der Patienten aus der Kontrollgruppe verstorben, in der Abiraterongruppe nicht. Die Zeit, bis die Krankheit weiter voranschritt, konnte in der Abiraterongruppe mehr als verdoppelt werden. Auch verlängerte sich die Zeit, bis die Patienten wieder Schmerzen bekamen, bis die nächste Therapie gegen den Krebs gestartet werden musste und bis weitere Beeinträchtigungen im Bewegungsapparat aufgrund von Metastasen auftraten. 

In der ebenfalls gerade publizierten STAMPEDE-Studie wurden die Daten von 1.917 Patienten analysiert, von denen rund die Hälfte an einem bereits metastasierten Tumor litt. Sie erhielten eine Antiandrogentherapie mit oder ohne Abirateron und Prednisolon. Durch die zusätzliche Therapie mit Abirateron und Prednisolon ging das Sterberisiko signifikant zurück, das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, verbesserte sich.

In beiden Studien bestätigte sich, dass die Zugabe von Abirateron zur herkömmlichen Antiandrogentherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs deutliche Überlebensvorteile gegenüber der alleinigen Antihormontherapie bringt. 

 

Quellen:

[1] Fizazi, K. et al.: Abiraterone plus Prednisone in Metastatic, Castration-Sensitive Prostate CancerNew England Journal of Medicine, Onlinevorabveröffentlichung am 4. Juni 2017, DOI: 10.1056/NEJMoa1704174

[2] James, N. D. et al.: Abiraterone for Prostate Cancer Not Previously Treated with Hormone Therapy. New England Journal of Medicine, Onlinevorabveröffentlichung am 3. Juni 2017, 2017DOI: 10.1056/NEJMoa1702900

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 27.07.2017 15:11