Prognose bei HPV-bedingtem Mundrachenkrebs besser

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Der Krankheitsverlauf bei Oropharynxkarzinom wird wesentlich davon beeinflusst, ob der Tumor durch eine Infektion mit Humanen Papillomviren ausgelöst wurde oder nicht.

Humane Papillomviren (HPV) können nicht nur im Genitalbereich Krebs auslösen, wie etwa Gebärmutterhalskrebs, sondern auch im Mund- und Rachenraum. Die Diagnose ist, wenn es sich um einen mit HPV in Verbindung stehenden Tumor handelt, offenbar besser, als wenn die Krebserkrankung auf andere Ursachen zurückgeht. Das berichten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift European Journal of Cancer, nachdem sie die Verbreitung und Sterblichkeit von Mundrachenkrebs (Oropharynxkarzinom) in den USA untersucht haben.

Die Forscher stützten sich auf die Daten aus sechs bevölkerungsbasierten Krebsregistern in den USA. In 71 Prozent der Fälle von Mundrachenkrebs wurden HPV nachgewiesen. Von den Patienten, die eine Infektion mit HPV-Typ 16 aufwiesen, überlebten 65 Prozent, also nahezu zwei Drittel, fünf Jahre und mehr. Von den Patienten, deren Tumor mit einem anderen HPV-Typ in Verbindung stand, waren es 46 Prozent, von denen, die keine HPV-Infektion aufwiesen, 28 Prozent. Das Sterberisiko war in den ersten fünf Jahren nach der Diagnose bei HPV16-Tumoren um 62 Prozent geringer als bei Tumoren, die nicht mit HPV in Verbindung standen. Bei Tumoren mit anderen HPV-Typen war es immer noch um 42 Prozent reduziert.

Sowohl die Operation als auch die Strahlentherapie senkten das Sterberisiko an der Erkrankung. Hierbei spielte es keine Rolle, ob eine Infektion mit HPV ursächlich an der Krebsentstehung beteiligt war oder nicht.

Bei jedem Patienten mit Oropharynxkarzinom sollte nach Ansicht der Studienautoren abgeklärt werden, ob eine Infektion mit HPV vorliegt oder nicht, um die individuellen Aussichten abschätzen zu können.

 

Quelle:

Goodman, M. T. et al.: Human papillomavirus genotype and oropharynx cancer survival in the United States of America. European Journal of Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 18. November 2015, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.ejca.2015.09.005

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 25.05.2017 17:35