Prognose bei Analkrebs

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Ob HPV an der Entstehung beteiligt war oder nicht, spielt eine Rolle.

Ein Risikofaktor für die Entstehung von Analkrebs sind Infektionen mit krebserregenden humanen Papillomviren (HPV). Offenbar wirkt es sich auch auf die Prognose aus, ob eine solche Infektion ursächlich an der Entstehung von Analkrebs beteiligt war oder nicht. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Acta Oncologica.

Die Forscher bezogen in ihre Analyse die Daten von 5.927 Patienten mit Analkrebs ein, der sich noch nicht in andere Organe ausgebreitet hatte. Bei 59,4% von ihnen war die Krankheit mit HPV assoziiert (HPV-positiv), bei den übrigen nicht (HPV-negativ). Patienten mit HPV-positiver, lokal fortgeschrittener Erkrankung (großer Tumor oder Lymphknotenbefall) hatten bessere Überlebensaussichten als Patienten mit HPV-negativem Tumor. Keine Rolle spielte der HPV-Status für das Gesamtüberleben bei Patienten mit Analkrebs im frühen Stadium (kleine Tumoren und kein Lymphknotenbefall).

Wenn bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem, HPV-negativem Analkrebs die Strahlendosis erhöht wurde, verbesserten sich ihre Überlebensaussichten. Dies galt für Patienten mit HPV-positivem Analkrebs nicht.

Die HPV-Infektion könne, so die Interpretation der Studienautoren, als ein Marker für die Prognose bei Analkrebs dienen, insbesondere in lokal fortgeschrittenen Krankheitsstadien. Liegt kein Zusammenhang zu einer HPV-Infektion vor, kann bei lokal fortgeschrittenem Tumor die Aussicht auf ein besseres Überleben durch eine Erhöhung der Strahlentherapie gesteigert werden.

 

Quelle:

Kabarriti R et al. Human papillomavirus, radiation dose and survival of patients with anal cancer. Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 8. Juli 2019, https://doi.org/10.1080/0284186X.2019.1634834

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Zurück

Aktualisiert am: 17.10.2019 15:58