Plattenepithelkarzinom des Penis: Bei HPV-Infektion Prognose besser

Nachricht vom 11.01.2024

Angaben zum Autor und Erstelldatum finden Sie am Ende des Beitrages.

Die Ansprechraten und Überlebenszeiten sind besser, wenn bei HPV-bedingten Tumoren in der Ersttherapie eine Immuncheckpointblockade angewendet wird. 

Plattenepithelkarzinome des Penis werden ursächlich mit Infektionen mit krebserregenden humanen Papillomviren (HPV) in Verbindung gebracht. Wenn einer solchen fortgeschrittenen Erkrankung im konkreten Fall tatsächlich eine derartige Infektion zugrundeliegt, ist die Prognose besser. Das berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer und lieferten auch gleich mögliche Erklärungen.

Bei 87 Patienten mit fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom des Penis wurde untersucht, ob HPV nachweisbar war. Sie alle erhielten eine Immuntherapie mit einem Checkpoint-PD1-Blocker. Dabei sprachen die Patienten mit positivem HPV-Befund besser auf die Behandlung an als die Patienten mit negativem HPV-Befund, also ohne eine derartige Infektion. Außerdem führte die Immuntherapie mit einem PD1-Blocker bei den Patienten mit positivem HPV-Befund zu einem besseren Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt. Jedoch wurden all diese Vorteile nur dann erzielt, wenn die PD1-Blockade als Ersttherapie verabreicht worden war. In späteren Therapielinien gab es sie nicht mehr.

Die statistische Analyse wies den HPV-Befund als einen unabhängigen Prognosefaktor für ein besseres Ansprechen, besseres Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschreitet, und ein besseres Gesamtüberleben aus. Dabei traten die Vorteile im Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, schon früh auf, die Vorteile im Gesamtüberleben traten erst zu einem späteren Zeitpunkt zutage.

Die Gewebeuntersuchungen, die die Forscher ebenfalls durchführten, lassen vermuten, dass die beobachteten Vorteile bei der Ersttherapie mit Immun-PD1-Checkpointblockade für Patienten mit fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinomen des Penis darauf zurückzuführen sind, dass infolge der Infektion die antitumorale Mikroumgebung des Tumors stimuliert wird. Dies unterstützt womöglich die Wirkung der Immuncheckpointblockade.

 

Quelle:

Wei L et al. Human papillomavirus infection affects treatment outcomes and the immune microenvironment in patients with advanced penile squamous cell carcinoma receiving programmed cell death protein 1 inhibitor–based combination therapy. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 29. Dezember 2023, DOI: 10.1002/cncr.35177

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Zurück

Zuletzt aufgerufen am: 21.06.2024 15:39