Plattenepithelkarzinom der Haut: Rückfall vermeiden

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Wenn es nach Operation und Strahlentherapie wegen eines Plattenepithelkarzinoms der Haut im Kopf-Halsbereich zu einem Rückfall kommt, sinken die Überlebensaussichten.

Bei einem Plattenepithelkarzinom der Haut im Kopf-Halsbereich kann es trotz Operation und anschließender Strahlentherapie zu einem Rückfall kommen. Das Risiko, dass die Krankheit dann auch weiterhin ungünstig verläuft, steigt. Wissenschaftler untersuchten, ob es in diesem Falle einen Unterschied macht, ob die betroffenen Patienten ein gut funktionierendes Immunsystem haben oder nicht. Sie berichteten über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology.

An der Studie nahmen 205 Patienten teil. Sie mussten sich wegen eines Plattenepithelkarzinoms der Haut im Kopf-Halsbereich einer Operation und anschließenden Strahlentherapie unterziehen. Bei einem Teil der Patienten war das Immunsystem weniger leistungsfähig, entweder, weil sie an HIV, AIDS oder einer Erkrankung des blutbildenden Systems litten oder weil sie wegen einer Organtransplantation mit Medikamenten behandelt wurden, die eine Reaktion des Immunsystems gegen das neue Organ unterdrücken sollten, um eine Abstoßung zu verhindern.

72 Patienten erlitten nach der Operation und anschließenden Strahlentherapie einen Rückfall des Plattenepithelkarzinoms. Von ihnen hatten etwas mehr als die Hälfte (56 Prozent) ein unterdrücktes Immunsystem. Am häufigsten kam es zu einem Rückfall am Ort des Ursprungstumors oder in seiner Nähe. Die Überlebensaussichten waren infolge des Rückfalls eingeschränkt, die Patienten entwickelten häufiger Fernmetastasen, bei denen sich der Tumor in andere Organe ausbreitet. Am ungünstigsten war die Prognose, wenn nach dem Rückfall keine erneute Operation möglich war. Dabei spielte es keine Rolle, ob das Immunsystem gut funktionierte oder wegen Krankheit oder Organtransplantation unterdrückt war.

Offenbar spiele das Immunsystem keine Rolle dafür, ob der Krankheitsverlauf bei einem Plattenepithelkarzinom der Haut im Kopf-Halsbereich nach einem Rückfall besonders ungünstig ist oder nicht, so die Schlussfolgerung der Studienautoren. Vielmehr sei entscheidend, dass der erneut auftretende Tumor operiert werden kann. In Zukunft müssten Therapien entwickelt bzw. intensiviert werden, um solche Rückfälle von vornherein zu verhindern. 

 

Quelle:

Sun L et al. Association of Disease Recurrence With Survival Outcomes in Patients With Cutaneous Squamous Cell Carcinoma of the Head and Neck Treated With Multimodality Therapy. JAMA Dermatology, Onlinevorabveröffentlichung am 27. Februar 2019, doi:10.1001/jamadermatol.2018.5453

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 18.06.2019 16:18