Pigmentierung im Genitalbereich – ein Problem?

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In einer Studie wurde untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen übermäßiger Pigmentierung in der Schleimhaut und dem Auftreten von schwarzem Hautkrebs gibt.

Eine übermäßige Pigmentierung der Schleimhaut im Genitalbereich, eine sogenannte genitale Melanose oder Melanosis, ist zwar per se gutartig, sollte die Betroffenen dennoch dazu anhalten, regelmäßig ihre Haut auf schwarzen Hautkrebs untersuchen zu lassen und Selbstkontrollen durchzuführen. Das ist das Ergebnis einer Studie in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology.

Nicht immer können genitale Melanosis und schwarzer Hautkrebs, das maligne Melanom, auf den ersten Blick unterschieden werden. Bei der angeborenen oder im Laufe des Lebens erworbenen Melanosis finden sich einzelne oder viele, meist zackig und unregelmäßig begrenzte, mitunter auch großflächige braune oder braun-schwarze Flecken auf der Schleimhaut. Eine solche übermäßige Pigmentierung kann im Genitalbereich (Vulva, Scheide, Penis), am Anus, den Lippen oder der Mundschleimhaut auftreten. Sie muss, sofern gesichert ist, dass es sich nicht um eine bösartige Veränderung handelt, nicht unbedingt behandelt werden. 

Typischerweise tritt die genitale Melanosis in einem früheren Lebensalter auf als zum Beispiel Melanome im Genitalbereich. In der Studie, in der rückblickend der Verlauf bei 41 Patienten beobachtet wurde, schritt die Melanosis nach ihrem Auftreten nicht mehr voran, sondern stabilisierte sich oder bildete sich sogar nach und nach wieder zurück. Allerdings erkrankten fünf der Studienteilnehmer an einem Melanom, einer davon an einem Melanom im Genitalbereich. Die Forscher stellten durch Gewebeuntersuchungen fest, dass sich die Melanosisherde dieser Patienten von denen der anderen Teilnehmer unterschieden: Sie wiesen unter anderem größere Ansammlungen von Melanozyten, den pigmentbildenden Zellen, auf, aus denen sich Hautkrebs entwickeln kann. 

Auch wenn die Zahl der Studienteilnehmer begrenzt war, könne nach Ansicht der Studienautoren dennoch ein Fazit gezogen werden: Grund zur übermäßigen Sorge bestehe bei Auftreten einer genitalen Melanosis nicht, jedoch sollten die Betroffenen die Hautkrebsvorsorge durch regelmäßige Hautkontrollen und guten Schutz vor der Sonne besonders ernstnehmen.

 

Quelle:

Haugh, A. M. et al.: A clinical, histologic, and follow-up study of genital melanosis in men and women. Journal of the American Academy of Dermatology 2017, 76(5):836-40

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 22.10.2017 21:58