Photodynamische Therapie bei aktinischer Keratose

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Die Vorstufe von hellem Hautkrebs lässt sich auch mit einer verkürzten Einwirkzeit der photosensibilisierenden Creme bei der PDT gut behandeln, gleichzeitig treten seltener unerwünschte Hautrötungen auf.

Bei der aktinischen Keratose, einer Vorstufe von nicht-melanozytärem, sogenanntem hellem Hautkrebs, kann eine photodynamische Therapie (PDT) Heilung bringen. Häufige Nebenwirkungen dieser Therapie sind Schmerzen während der Behandlung sowie Hautrötungen (Erythema) und Wassereinlagerungen (Ödeme) danach. Wissenschaftler überprüften nun, ob sich die Hautrötungen mithilfe einer Pulse-PDT oder Kortikosteroid-Pulse-PDT reduzieren lassen. Der Bericht erschien in der Fachzeitschrift British Journal of Dermatology.

Vorbehandlung mit photosensibilisierender Creme

Bei der PDT werden die betroffenen Hautareale zunächst mit einer Methylaminolävulinat(MAL)-haltigen Creme vorbehandelt, die die Haut für die anschließende Bestrahlung sensibilisiert. Die Creme wird mit einem Verband geschützt, sodass sie gut in die Haut eindringen kann, und verbleibt für etwa drei Stunden auf der Haut. In dieser Zeit reichert sich der Photosensibilisator im erkrankten Gewebe an und führt dort zur Bildung von photoaktiven Porphyrinen. Diese bilden unter dem Einfluss von rotem Licht Sauerstoffradikale und führen so zum Absterben der krankhaften Zellen.

Verkürzte Einwirkzeit der Creme

In der aktuellen Studie wurden 22 Patienten, die jeweils mehrere noch leicht ausgeprägte aktinische Keratosen im Gesicht und auf der Kopfhaut aufwiesen, mit MAL an jeweils drei Stellen eingecremt. Auf einer dieser Stellen verblieb die Creme wie üblich drei Stunden (herkömmliche PDT). An den beiden anderen Stellen hingegen wurde die Einwirkzeit der Creme auf jeweils 30 min reduziert (Pulse-PDT). Nach drei Stunden wurden alle drei Hautbereiche mit rotem Licht bestrahlt. Auf eine der beiden Hautstellen, die mit Pulse-PDT behandelt wurden, wurde zusätzlich vor und direkt nach der PDT noch ein Kortikosteroid aufgetragen (S-Pulse-PDT).

Hautrötungen traten seltener auf

Die Hautbereiche, die mit Pulse-PDT behandelt worden waren, entwickelten signifikant seltener ein Erythem. Dies galt noch mehr, wenn zusätzlich ein Kortikosteroid angewendet wurde. Der therapeutische Effekt der PDT litt darunter nicht: Die Ansprechrate (komplette Response) drei Monate nach PDT unterschied sich zwischen den drei unterschiedlich behandelten Hautarealen nicht signifikant.

Fazit: An sichtbaren Körperstellen eine Alternative

Pulse-PDT und Kortikosteroid-Pulse-PDT gehen bei leichten Formen aktinischer Keratosen im Gesicht und auf der Kopfhaut mit einem geringeren Risiko für Rötungen innerhalb von 24 Stunden nach der Therapie einher. Gerade bei Keratosen an sichtbaren Körperstellen könne dies eine für die Patienten akzeptablere Behandlungsalternative sein. Die Effizienz der Therapie sei, so die Studienautoren, durch die kürzere Anwendungszeit der photosensibilisierenden Creme nicht gefährdet. 

 

Quelle:

Wiegell, S. R. et al.: Pulse photodynamic therapy reduces inflammation without compromising efficacy in the treatment of multiple mild actinic keratoses of the face and scalp: a randomized clinical trial. British Journal of Dermatology, Onlinevorabveröffentlichung am 15. März 2016, DOI: 10.1111/bjd.14465

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 19.09.2017 17:21