PET/CT in der Diagnostik bei Morbus Hodgkin neuer Standard

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In der aktualisierten S3-Leitlinie wird die neue Untersuchungsmethode als Standard empfohlen, um das Ausmaß der Erkrankung gut beurteilen zu können.

Patienten, die am Hodgkin-Lymphom erkrankt sind, haben dank neuer effizienter Therapien gute Aussichten, die Krankheit zu überleben. Umso wichtiger ist es, durch geeignete Maßnahmen die Spätschäden, die infolge der lebensrettenden, dadurch aber auch aggressiven Therapien auftreten können, so gering wie möglich zu halten. Dem wird in der aktuellen Fassung der S3-Leitlinie Rechnung getragen.

Bei der Diagnostik kommt es darauf an, das Ausmaß der Erkrankung genau festzustellen, um die optimale Therapie auswählen zu können. Es gilt, sowohl ein Zuwenig als auch ein Zuviel an Therapie zu vermeiden, um einerseits keinen Krankheitsrückfall zu riskieren, andererseits aber auch den Körper nicht unnötig zu belasten. Der kombinierten Positronenemissions- und Computertomographie (PET/CT) kommt der neuen S3-Leitlinie zufolge eine hohe Bedeutung zu. Sie wird einerseits eingesetzt, um die richtige Diagnose zu stellen und das Tumorstadium zu erkennen, andererseits, um die Therapie, insbesondere in fortgeschrittenen Stadien zu steuern. Für die Untersuchung der Ausbreitung und des Stadiums wird die PET/CT künftig die bislang übliche Knochenmarkbiopsie ersetzen, eine für die Patienten meist unangenehme Untersuchungsmethode. Während der Chemotherapie im fortgeschrittenen Stadium kann mithilfe der PET/CT der Therapieerfolg kontrolliert werden.

Großes Augenmerk legt die neue S3-Leitlinie auch auf die Nachsorge. Sie dient unter anderem dazu, mögliche Spätschäden der Therapie rechtzeitig zu erkennen und sie zu behandeln. Bei den regelmäßigen Nachsorgeterminen findet eine körperliche Untersuchung mit Abtasten der Lymphknoten statt und das Blutbild wird bestimmt. Unnötige Strahlenbelastung durch CT-Untersuchungen sollten vermieden werden. Ein CT-Bild müsse nur dann angefertigt werden, wenn ein Patient über verdächtige Symptome klagt, etwa über geschwollene Lymphknoten. Laut Leitlinie sind zudem regelmäßige Herzuntersuchungen bei der Nachsorge zu empfehlen.

 

Quellen:

Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Hodgkin Lymphoms bei erwachsenen Patienten, Langversion 2.0, 2018; AWMF Registernummer: 018/029 OL, http://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/hodgkin-lymphom/ (abgerufen am: 16.02.2019)

Oberhofer E et al. Neuauflage der S3-Leitlinie Hodgkin-Lymphom. PET-adaptierte Therapie wird zum Standard. Im Focus Onkologie 2018, 21(12):18-21

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 13.11.2019 11:05