Personalisierte Therapie bei fortgeschrittenem Darmkrebs

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Eine individualisierte zielgerichtete Therapie kann die Überlebenszeiten von Patienten mit metastasiertem Darmkrebs offenbar deutlich verlängern.

Bei vielen bösartigen Darmtumoren liegen bestimmte Veränderungen in den Tumorzellen vor, zum Beispiel in den Tumorgenen APC, TP53 und KRAS. Dies macht die Tumoren mitunter aggressiver, aber gleichzeitig auch für zielgerichtete molekulare Therapien angreifbar. Wenn Patienten mit Darmkrebs im fortgeschrittenen Stadium, bei denen solche Mutationen vorliegen, mit den entsprechend passenden Therapien behandelt werden, verbessern sich ihre Überlebenszeiten erheblich. Dies berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancers.

In der Studie wurden rückblickend die Daten von 108 Patienten im Alter von 25 bis 95 Jahren ausgewertet, die bei Darmkrebs im Stadium IV mit bestimmten Mutationen entweder eine individualisierte, auf die Mutationen im Krebsgewebe zugeschnittene Therapie erhalten hatten oder mit der bisherigen Standardpflege behandelt worden waren. Im Stadium IV hat sich der Krebs bereits mit Tochtergeschwülsten, sogenannten Mutationen, in andere Organe ausgebreitet.

Die individualisierte Therapie, zugeschnitten auf die jeweils vorliegenden Tumorzellmutationen, zahlte sich aus: Die Betroffenen wiesen um 16 Monate längere Überlebenszeiten auf als die Patienten, die die Standardtherapie erhalten hatten.

Nach Ansicht der Studienautoren zeige die Untersuchung, dass sich eine personalisierte zielgerichtete Therapie bei fortgeschrittenem Darmkrebs auszahle, wenn bestimmte Mutationen in den Tumorgenen vorliegen.

 

Quelle:

Hendricks A et al. Stage IV Colorectal Cancer Patients with High Risk Mutation Profiles Survived 16 Months Longer with Individualized Therapies. Cancers 2020, 12, 393; doi:10.3390/cancers12020393

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 29.05.2020 10:55