Personalisiert behandeln bei Brustkrebs

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Jeder Tumor hat seine speziellen Eigenschaften, woraus ein unterschiedliches Rückfallrisiko und verschiedene Therapieempfehlungen resultieren. Die Patientinnen sind offenbar mit dem individualisierten Vorgehen zufrieden.

In der Behandlung von Brustkrebs hat längst die sogenannte personalisierte Therapie Einzug gehalten: Jeder Tumor wird auf bestimmte Gewebeeigenschaften überprüft, anschließend wird der Patientin eine individualisierte, auf genau ihre Bedürfnisse zugeschnittene Therapie angeboten. Doch wie erleben Brustkrebspatientinnen dieses Vorgehen, wie kommen sie mit den notwendigen Tests und Entscheidungssituationen zurecht und folgen sie den Empfehlungen? Solchen Fragen gingen Wissenschaftler in einer Studie nach, deren Ergebnisse sie kürzlich in der Fachzeitschrift Cancer veröffentlichten.

Die Forscher befragten zwischen 2013 und 2014 3.880 Frauen zu ihren Erfahrungen, 71 Prozent der Angefragten antworteten. Die Fragen richteten sich auf die empfohlene Chemotherapie, die Testerfahrungen und die Zufriedenheit mit der Entscheidung.

1.527 Patientinnen hatten einen hormonempfindlichen Tumor im Stadium I oder II, der hinsichtlich des humanen epidermalen Wachstumsfaktors 2 negativ (HER-2-negativ) war. Bei 778 von ihnen wurde das Rückfallrisiko mit einem bestimmten Score ermittelt: Knapp zwei Drittel hatten demnach keinen Lymphknotenbefall und günstige Aussichten, ein Viertel hatte keinen Lymphknotenbefall, aber dennoch ungünstige Aussichten und 13 Prozent hatten einen Lymphknotenbefall. Fast alle Patientinnen mit hohem Risiko für einen Rückfall erhielten die Empfehlung, eine unterstützende (adjuvante) Chemotherapie durchführen zu lassen, und unterzogen sich der Behandlung. Den meisten Patientinnen mit niedrigem Rückfallrisiko wurde hingegen empfohlen, auf die Chemotherapie zu verzichten. Fast alle Patientinnen kamen der jeweiligen Empfehlung nach.

Die Frauen zeigten sich überwiegend zufrieden mit dem Test zur Einschätzung des Rückfallrisikos und der daraus resultierenden Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie.

Tatsächlich, so die Einschätzung der Studienautoren, verfolgten viele Onkologen in der Praxis die Strategie der personalisierten Therapie. Brustkrebspatientinnen sind offenbar mit diesem Vorgehen zufrieden und folgen den Empfehlungen.

 

Quelle:

Friese, C. R. et al.: Chemotherapy decisions and patient experience with the recurrence score assay for early-stage breast cancer. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 24. Oktober 2016, DOI: 10.1002/cncr.30324

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs:

Zurück

Aktualisiert am: 28.06.2017 16:21