PARP-Hemmertherapie bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs auch ohne BRCA-Mutation

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In der Europäischen Union darf künftig in der Ersttherapie ein bestimmter PARP-Hemmer auch dann eingesetzt werden, wenn keine BRCA-Mutation vorliegt.

Egal, ob bei Patientinnen mit Eierstockkrebs eine bestimmte genetische Variante der sogenannten Brustkrebsgene BRCA 1 oder 2 vorliegt oder nicht – sie können bei fortgeschrittener Tumorerkrankung künftig mit einem PARP-Hemmer behandelt werden. Dies kann ihnen im Vergleich zur bislang üblichen Chemotherapie Überlebensvorteile bringen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA erteilte jetzt für einen PARP-Hemmer die Zulassung für die Erstlinien-Erhaltungstherapie bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Platin-empfindlichem Eierstockkrebs auch unabhängig vom Biomarkerstatus. Darüber berichteten unter anderem das Deutsche Ärzteblatt und die ÄrzteZeitung.

Der PARP-Hemmer blockiert die PARP-Enzyme 1 und 2 (PARP = Poly-[ADP-Ribose-]Polymerase), die bei der Reparatur der DNA in Zellen eine Rolle spielen. Wenn die Enzyme gehemmt werden, kommt es infolge der fehlenden Reparaturen zu dauerhaften Schäden an der DNA, sodass der natürliche Zelltod eingeleitet wird. Bislang war der Einsatz von PARP-Hemmern an das Vorliegen einer Mutation in den BRCA 1- oder 2-Genen geknüpft. Dies hat sich nun dank neuer Erkenntnisse der Phase III-Studie PRIMA geändert.

An dieser Studie nahmen Patientinnen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs teil, die eine BRCA 1- oder 2-Mutation aufwiesen oder nicht. Bei allen Patientinnen verbesserte sich durch die Behandlung mit dem PARP-Hemmer das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt. Dies veranlasste die EMA nun, einer Zulassung des Wirkstoffs für Patientinnen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs unabhängig vom BRCA-Mutationsstatus stattzugeben.

 

Quellen:

König R. Unabhängig von Biomarkerstatus: Niraparib bei Ovarialkrebs. Dtsch Arztebl 2020; 117(48): A-2349

Mitteilung ÄrzteZeitung vom 21. Dezember 2020

 

(KvK)

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