PARP-Hemmertherapie: Auch bei neu diagnostiziertem Eierstockkrebs

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Auch in der Erstbehandlung kann die Therapie mit einem PARP-Hemmer nach einer erfolgreichen Chemotherapie Überlebensvorteile bringen. 

Wenn Patientinnen mit neu diagnostiziertem fortgeschrittenem Eierstockkrebs gut auf eine platinbasierte Chemotherapie ansprechen, kann es sich lohnen, zusätzlich eine Therapie mit einem sogenannten PARP-Hemmer durchzuführen. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine.

PARP-Hemmer behindern Poly(ADP-Ribose)-Polymerasen. Dabei handelt es sich um Enzyme, die Chemotherapie-bedingte DNA-Schäden an den Krebszellen wieder reparieren, sodass sich die Krebszellen erholen und weiterwachsen können. Wenn die Enzyme durch PARP-Hemmer blockiert werden, wird diese Reparatur unterbunden, wodurch sich der Untergang der Krebszellen einleitet. Bei Krankheitsrückfällen nach zunächst erfolgreicher Behandlung hat sich die PARP-Hemmertherapie als Ergänzung zur Chemotherapie bereits als wirksam herausgestellt. Nun untersuchten die Forscher, ob sie auch in der Ersttherapie eine sinnvolle Zugabe sein kann.

An der Studie nahmen 733 Patientinnen mit neu diagnostiziertem fortgeschrittenem Eierstockkrebs teil. Sie erhielten eine platinbasierte Chemotherapie und, wenn sie darauf ansprachen, entweder einen PARP-Hemmer oder ein Scheinmedikament (Placebo). Durch die PARP-Hemmertherapie konnte die Zeit, bis die Krankheit weiter voranschritt, signifikant verlängert werden. Auch das Gesamtüberleben verbesserte sich. 

Damit, so die Studienautoren, habe sich erwiesen, dass auch bei neu diagnostiziertem fortgeschrittenem Eierstockkrebs eine Zugabe einer PARP-Hemmertherapie zur platinbasierten Chemotherapie Überlebensvorteile bringen kann.

 

Quelle:

González-Martín A et al. Niraparib in Patients with Newly Diagnosed Advanced Ovarian Cancer. New England Journal of Medicine, Onlinevorabveröffentlichung am 28. September 2019; DOI: 10.1056/NEJMoa1910962

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 12.11.2019 22:37