Palliativmedizin kann die Lebensqualität verbessern

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Schon frühzeitig im Krankheitsverlauf palliativmedizinische Betreuung in das Therapiekonzept zu integrieren, kann bei bösartigen Lungen- und Magendarmtumoren das Befinden und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern.

Bei der Therapie einer unheilbaren Krebserkrankung der Lunge oder des Magen-Darmtrakts schon frühzeitig auf die Palliativmedizin zu setzen, kann den Betroffenen das Leben erleichtern und ihre Lebensqualität spürbar verbessern. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology.

Für ihre Studie hatten sie Patienten mit neu diagnostiziertem Lungenkrebs oder Krebs im Magen-Darmbereich rekrutiert, der nicht den Dick- oder Enddarm betraf. Bei allen Patienten war die Krebserkrankung bereits so weit fortgeschritten, dass eine Heilung unmöglich geworden war. 175 Patienten erhielten neben der üblichen Krebstherapie schon frühzeitig eine integrierte palliativmedizinische Betreuung, die anderen 175 Patienten erhielten die normale Pflege und eine palliativmedizinische Betreuung erst ab dem Moment, in dem sie es ausdrücklich wünschten.

Lebensqualität und Stimmungslage verbesserten sich

In der zwölften Woche gab es hinsichtlich Verbesserungen in der Lebensqualität infolge der Therapie und Pflege noch keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Nach 24 Wochen hingegen hatte sich die Lebensqualität in der Gruppe der palliativmedizinisch Versorgten gegenüber der Ausgangssituation signifikant stärker verbessert.

Unterschiede zeigten sich bezüglich der Art der Krebserkrankung. So berichteten Lungenkrebspatienten, die palliativmedizinische Betreuung erhielten, in den Wochen zwölf und 24 über Verbesserungen in der Lebensqualität und in puncto Depression – bei den herkömmlich betreuten Lungenkrebspatienten dagegen hatten sich die Lebensqualität und das Vorkommen von Depression verschlechtert. Bei den Patienten mit Magen-Darmtumoren verbesserten sich Lebensqualität und Stimmungslage in den ersten zwölf Wochen in beiden Therapiegruppen. Die Patienten, die palliativmedizinische Betreuung erhielten, zeigten generell eine größere Bereitschaft, mit ihrem Arzt über ihren möglichen Tod und ihre letzten Wünsche zu sprechen.

Spezielle Bedürfnisse können befriedigt werden

Bei unheilbar an Krebs erkrankten Patienten schon frühzeitig eine palliativmedizinische Betreuung in das Therapiekonzept zu integrieren, kann, so die Studienautoren, die Lebensqualität und das Befinden der Betroffenen verbessern. Palliativmedizin zielt darauf ab, Beschwerden, die infolge der Krebserkrankung und ihrer Therapien auftreten, zu lindern - sie kann zudem spezielle Bedürfnisse von Patienten, die über die üblichen Krebstherapien hinausgehen, befriedigen.

 

Quelle:

Temel, J. S. et al.: Effects of Early Integrated Palliative Care in Patients With Lung and GI Cancer: A Randomized Clinical Trial. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 27. Dezember 2016, DOI: 10.1200/JCO.2016.70.5046

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 30.05.2017 12:43