Palliativmedizin: Familienorientierte Betreuung

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Bei einer unheilbaren Krebserkrankung kann eine familienorientierte Therapie den Angehörigen helfen, mit der Situation zurechtzukommen, wie eine Studie zeigt.

Das Zusammenleben mit unheilbar kranken Krebspatienten ist für die gesamte Familie eine große Belastungsprobe, für die sie jede Unterstützung braucht. Doch wie solche Hilfen konkret aussehen können, ist bislang nur wenig erforscht. Nun berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology über eine Studie, in der die palliative Betreuung von Krebspatienten familienorientiert durchgeführt wurde. 

Für die Studie wurde zunächst mithilfe spezieller Fragebögen gezielt nach Familien gesucht, in denen Konflikte vorprogrammiert waren – durch eine stark eingeschränkte Kommunikation, eine nur geringe gegenseitige Anteilnahme oder durch bereits vorhandene reichliche Konflikte. Insgesamt 170 Familien wurden schließlich in die Studie aufgenommen und nach dem Zufallsprinzip auf drei Behandlungsarme verteilt: Standardbetreuung, sechs Sitzungen Familienintervention oder zehn Sitzungen Familienintervention.

Letztere zahlte sich offenbar aus. Die Angehörigen verstorbener Krebspatienten konnten mit dem Verlust ihrer Lieben deutlich besser umgehen, wenn sie zuvor zehn Sitzungen Familienintervention durchlaufen hatten – sie entwickelten seltener anhaltende psychische Störungen. Dies galt insbesondere in den Familien, in denen über die Krankheit und die damit verbundene Situation wenig gesprochen worden war. 

Nach Ansicht der Studienautoren können familienzentrierte Angebote ein Weg sein, Angehörigen die palliative Begleitung unheilbar erkrankter Krebspatienten zu erleichtern.

 

Quelle:

Kissane, D. W. et al.: Randomized Controlled Trial of Family Therapy in Advanced Cancer Continued Into Bereavement. J Clin Oncol 2016, 34(16):1921-7

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 22.11.2017 15:52