Operationen bei Speiseröhrenkrebs: Erfahrung zahlt sich aus

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In Kliniken, in denen komplexe Operationen bei Speiseröhrenkrebs häufiger durchgeführt werden, sind die Überlebensaussichten für die Patienten besser.

Wenn Patienten wegen Speiseröhrenkrebs operiert werden, ist der Eingriff oft sehr komplex, weil die Speiseröhre teilweise oder mitunter sogar vollständig entfernt und anschließend eine neue Passage zwischen Mund und Magen hergestellt werden muss. Die Überlebensaussichten sind offenbar besser, wenn ein solch komplexer Eingriff in einer Klinik durchgeführt wird, die bereits viel Erfahrung damit hat. Das geht aus einer Einschätzung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hervor.

Dem Bericht zufolge ist in Deutschland für komplexe Eingriffe an der Speiseröhre derzeit eine Mindestmenge von zehn erbrachten Behandlungen pro Jahr je Krankenhausstandort vorgeschrieben. Nun bewertete das IQWiG die Daten von 37 Studien, in denen der Zusammenhang zwischen der Menge an Behandlungen und der Qualität des Behandlungsergebnisses bei komplexen Operationen an der Speiseröhre untersucht worden war. Letztlich flossen in die Analyse die Daten von 30 Studien ein.

Zusammenfassend zeigte sich, dass die Patienten größere Überlebenschancen hatten, wenn die Fallzahl an komplexen Operationen an der Speiseröhre in der Klinik hoch war. Dies galt sowohl für die Gesamtsterblichkeit, als auch für die Sterblichkeit im Zusammenhang mit der Operation. Auch traten mit zunehmender Zahl von entsprechenden Operationen seltener Komplikationen infolge des Eingriffs ein. Zudem konnte ein Zusammenhang zwischen der Erfahrung des einzelnen behandelnden Arztes oder der Ärztin und einer geringeren Sterblichkeit im Krankenhaus festgestellt werden.

Keine Aussage ließ sich zu der Frage treffen, welchen Einfluss die Einführung der Mindestfallzahl an komplexen Operationen an der Speiseröhre auf die Qualität des Behandlungsergebnisses hat. Dies war in den Studien nicht explizit untersucht worden.

 

Quellen:

Pressemitteilung des IQWiG vom 22.5.2020

[V19-04] Zusammenhang zwischen Leistungsmenge und Qualität des Behandlungsergebnisses bei komplexen Eingriffen am Organsystem Ösophagus - Rapid Report

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 27.11.2020 19:40