Operation und Chemotherapie bei Dünndarmkrebs zahlt sich aus

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Auch im fortgeschrittenen Tumorstadium profitieren Patienten mit Dünndarmkrebs von Operation und Chemotherapie.

Patienten mit einem Adenokarzinom im Dünndarm profitieren von einer Operation und Chemotherapie, selbst wenn der Tumor bereits das Stadium IV erreicht hat. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie in der Fachzeitschrift Cancer Medicine.

Dünndarmkrebs ist anders als Dickdarmkrebs eine seltene Erkrankung. Bei ca. einem Drittel aller bösartigen Dünndarmtumoren handelt es sich um Adenokarzinome. Bei vielen Patienten ist der Tumor, wenn er entdeckt wird, schon fortgeschritten, die Prognose ist dann eher ungünstig.

 In der Studie wurden die Daten von 1.219 Patienten im Alter von 20 bis 95 Jahren ausgewertet, bei denen ein Adenokarzinom des Dünndarms im fortgeschrittenen Stadium IV diagnostiziert worden war. 38 von 100 Patienten erhielten eine Chemotherapie, knapp elf Prozent wurden operiert, beides erhielt etwa jeder fünfte Patient. 

Operation und Chemotherapie brachten bessere Überlebenszeiten. Dabei spielte es offenbar keine Rolle, wie radikal die Operation durchgeführt worden war: Auch Patienten, bei denen nicht der gesamte Tumor entfernt werden konnte, profitierten von dem Eingriff mit besseren Überlebenszeiten.

Ob die Patienten eine Operation und Chemotherapie erhielten oder nicht, hing wesentlich von ihrem Lebensalter und dem Ort, an dem sich der Tumor befand, ab. 

 

Quelle:

Liu T et al. Efficacy of surgery and chemotherapy for stage IV small bowel adenocarcinoma: A population-based analysis using Surveillance, Epidemiology, and End Result Program database. Cancer Medicine 2020, DOI: 10.1002/cam4.3266

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 01.12.2020 16:52