Operation ohne Radio-Jodtherapie bei Schilddrüsenkrebs mit niedrigem Risiko

Nachricht vom 15.03.2022

Angaben zum Autor und Erstelldatum finden Sie am Ende des Beitrages.

Bei differenzierten Tumoren mit niedrigem Risiko in einer Studie ohne Nachteil.

Für Patienten mit Schilddrüsenkrebs, der aufgrund seiner biologischen Merkmale ein niedriges Risiko für einen Rückfall aufweist, bringt es laut einer Studie keine Nachteile, wenn nach der Operation auf eine Behandlung mit Radio-Jod verzichtet wird. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlicht.

An der Phase III-Studie beteiligten sich 730 Patienten, die sich wegen Schilddrüsenkrebs einer Operation unterzogen. Bei allen stellte sich der Tumor in der Gewebeuntersuchung als gut differenziert heraus, das Risiko für einen Rückfall bzw. ungünstigen Krankheitsverlauf wurde als niedrig eingestuft. Ein Teil der Patienten erhielt nach der Operation eine Behandlung mit Radio-Jod, bei den übrigen wurde darauf verzichtet.

In den drei folgenden Jahren erlebten in beiden Gruppen jeweils fast 96 Prozent der Patienten kein weiteres Krankheitsereignis. Die Patienten, bei denen nach der Operation auf die Radio-Jodtherapie verzichtet worden war, hatten also durch diesen Verzicht offenbar keinen Nachteil erlitten.

Eine Operation ohne nachfolgende Radio-Jodtherapie habe sich in dieser Studie bei Patienten mit differenziertem Schilddrüsenkrebs mit niedrigem Risiko der Kombination von Operation und Radio-Jodtherapie als nicht-unterlegen herausgestellt, so das Fazit der Studienautoren. 

 

Quelle:

Leboulleux S et al. Thyroidectomy without Radioiodine in Patients with Low-Risk Thyroid Cancer. New England Journal of Medicine 2022; 386:923-32

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Zurück

Zuletzt aufgerufen am: 20.05.2022 15:17