Operation bei Merkelzellkarzinom

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Der bösartige Hauttumor sollte nach Möglichkeit im gesunden Gewebe entfernt werden. Weit muss der Operationsrand allerdings offenbar nicht sein, um gute Überlebensaussichten zu schaffen.

Auch wenn bei der Operation beim Merkelzellkarzinom der Tumor nicht weit im gesunden Gewebe entfernt werden kann, sinken die Überlebensaussichten nicht - sofern nach dem Eingriff noch eine Strahlentherapie durchgeführt wird. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology.

Die Forscher untersuchten rückblickend die Daten einer französischen Studie, an der 214 Patienten mit Merkelzellkarzinom teilgenommen hatten. Sie waren operiert worden und hatten anschließend noch eine Strahlentherapie erhalten. Bei 156 von ihnen konnte der Tumor weit im gesunden Gewebe entfernt werden, mit einem tumorfreien Rand von mehr als einem Zentimeter. Bei 58 Patienten jedoch gelang dies nicht, hier war der tumorfreie Rand nur 0,5 bis 1 Zentimeter breit. Damit verbindet sich die Angst, dass einzelne Krebszellen womöglich noch im Körper verbleiben und das Rückfallrisiko erhöhen könnten.

Doch diese Angst erwies sich in dieser Untersuchung als unbegründet. In der Beobachtungszeit von gut vier Jahren unterschieden sich die krebsbezogenen Überlebenszeiten in den beiden Patientengruppen nicht. In beiden Gruppen war nach fünf Jahren jeweils knapp ein Viertel der Patienten am Merkelzellkarzinom verstorben. Und auch das Gesamtüberleben, das rückfallfreie Überleben und das Überleben ohne lokalen Rückfall unterschieden sich zwischen den Gruppen nicht. Hingegen hing die krebsbezogene Sterblichkeit mit dem Lebensalter, dem Geschlecht, dem Krebsstadium und dem Umstand zusammen, ob überhaupt ein tumorfreier Rand bei der Operation erreicht werden konnte oder nicht.

Offenbar sei es für die Überlebensaussichten nicht von Bedeutung, ob der tumorfreie Rand bei der Operation bei Merkelzellkarzinomen mehr als einen Zentimeter oder nur einen halben bis einen Zentimeter betrage, so die Einschätzung der Studienautoren. Wichtig sei es, möglichst keinen Resttumor bei der Operation zu belassen, um beste Ausgangsbedingungen für eine Heilung zu schaffen.

 

Quelle:

Jaouen F et al. Narrow resection margins are not associated with mortality or recurrence in patients with Merkel cell carcinoma: A retrospective study. Journal of the American Academy of Dermatology 2021, 84(4):921-9

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Zurück

Zuletzt aufgerufen am: 07.12.2021 18:17