Operation bei Merkelzellkarzinom: Verschiedene Techniken möglich

Nachricht vom 15.06.2023

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In einer Studie wurden die Mohs-Chirurgie und die herkömmliche Operation bei Merkelzellkarzinomen verglichen und erwiesen sich in puncto Wirksamkeit als ebenbürtig. 

Wenn sich Merkelzellkarzinome, die eine aggressive Form von Hautkrebs sind, noch nicht in Lymphknoten ausgebreitet haben, ist die Operation die Therapie der Wahl, um Heilung herbeizuführen. Dabei kann auch die sogenannte Mohs-Chirurgie zum Einsatz kommen. Sie ist, einer neuen Studie in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology zufolge, der herkömmlichen Operation nicht unterlegen.

Bei der Mohs-Chirurgie wird während des Eingriffs fortlaufend der Schnittrand mikroskopisch untersucht, um sicherzustellen, dass der Tumor auch tatsächlich vollständig entfernt wird. Gleichzeitig wird dadurch vergleichsweise wenig gesundes Gewebe entfernt, die Schnittränder sind in der Regel deutlich kleiner als bei einer herkömmlichen Operation, bei der der Tumor von vornherein mit einem deutlichen Rand im gesunden Gewebe herausgeschnitten wird. Die Mohs-Chirurgie wird bevorzugt in Bereichen eingesetzt, wo die entstehenden Narben möglichst klein sein sollen, wie im Gesicht.

In der vorliegenden Untersuchung aus den USA wurden rückblickend die Daten von 2.359 erwachsenen Patienten mit Merkelzellkarzinom einbezogen, die zwischen 1989 und 2015 erfasst worden waren. Beim Vergleich von Patienten, die mit Mohs-Chirurgie oder herkömmlicher Chirurgie operiert worden waren, ergaben sich keine Unterschiede im Gesamtüberleben oder Krebs-bedingten Überleben. Einfluss auf die Überlebensaussichten hatte es allerdings, ob eine Biopsie der dem Tumor nächstgelegenen Lymphknoten (Sentinellymphknotenbiopsie) durchgeführt worden war.

Weil es sich um eine rückblickende Analyse von Daten handelte und bestimmte Einflussfaktoren wie Begleiterkrankungen und molekulare Tumoreigenschaften nicht berücksichtigt wurden, sei die Aussagekraft der Studie begrenzt, so die Autoren. Dennoch bleibe festzuhalten, dass sich die Mohs-Chirurgie in dieser Untersuchung nicht nachteilig für die Patienten ausgewirkt habe.

 

Quelle:

Moore KJ et al No difference in survival for primary cutaneous Merkel cell carcinoma after Mohs micrographic surgery and wide local excision. Journal of the American Academy of Dermatology, Onlinevorabveröffentlichung am 27. April 2023, DOI:https://doi.org/10.1016/j.jaad.2023.04.042

 

(kvk)

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