Operation bei malignem Melanom

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Herkömmliche Operation bei Tumoren am Körperstamm und den Gliedmaßen offenbar nicht schlechter als Mohs-Chirurgie.

Die sogenannte Mohs-Chirurgie ist der herkömmlichen Operation, der weiten Exzision, bei malignen Melanomen am Körperstamm, Armen und Beinen nicht überlegen. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology nach Auswertung einer Kohortenstudie.

In der Studie wurden die Daten von 188.862 Patienten mit Melanomen am Körperstamm und/oder den Gliedmaßen ausgewertet, die zwischen 2004 und 2015 erhoben worden waren. Die Auswertung erbrachte keine Unterschiede in Abhängigkeit vom Ort des Melanoms: Die Gesamtüberlebensdaten unterschieden sich zwischen Melanomen an Armen, Beinen oder dem Körperstamm nicht. 

Die Fünf-Jahres-Sterblichkeit war bei Patienten mit höherem Lebensalter erhöht, ebenso dann, wenn die Tumorränder bei der Operation nicht ganz tumorfrei waren und wenn bei den Patienten mehr Begleiterkrankungen vorhanden waren. Ungünstig wirkten sich zudem Ulzerationen am Melanom aus und eine größere Tumordicke. Keinen Unterschied hingegen fanden die Forscher zwischen den Operationsmethoden.

Demnach stehe die herkömmliche Operation, bei der ein Melanom weiträumig ausgeschnitten wird, der mikrografisch kontrollierten Mohs-Chirurgie in puncto Effizienz nicht nach. Bei der Mohs-Chirurgie wird das Tumorgewebe während des Eingriffs ständig unter dem Mikroskop untersucht, um sicherzustellen, dass der Tumor sicher im gesunden Gewebe herausgeschnitten wird und die Tumorränder krebsfrei sind. 

 

Quelle:

Demer AM et al. Association of Mohs Micrographic Surgery vs Wide Local Excision With Overall Survival Outcomes for Patients With Melanoma of the Trunk and Extremities. JAMA Dermatology, Onlinevorabveröffentlichung am 21. Oktober 2020, doi:10.1001/jamadermatol.2020.3950

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 27.11.2020 19:40