Operation bei malignem Melanom durch vorangehende Immuntherapie unterstützen

Nachricht vom 29.07.2022

Angaben zum Autor und Erstelldatum finden Sie am Ende des Beitrages.

Bei schwarzem Hautkrebs im Stadium III sinken durch eine neoadjuvante Immuntherapie das Rückfallrisiko und das Metastasierungsrisiko.

Bei Patienten mit schwarzem Hautkrebs im Stadium III kann eine vor der Operation durchgeführte unterstützende, sogenannte neoadjuvante Therapie mit einer Kombination aus zwei Immuncheckpointblockern das Rückfallrisiko senken. Womöglich kann diesen Patienten, wenn sie gut auf diese Immuntherapie ansprechen, sogar die sonst übliche operative Ausräumung (Dissektion) von Lymphknoten erspart bleiben. Darauf deuten die Ergebnisse der PRADO-Studie, die bei der diesjährigen Tagung der American Association of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt wurden.

In der Studie erhielten Patienten mit einem malignen Melanom im Stadium III zwei Zyklen neoadjuvanter Immuntherapie mit einem PD1- und einem CTLA4-Blocker. Bei allen lag eine Lymphknotenbeteiligung durch den Tumor vor. Wenn sie innerhalb von sechs Wochen nach der neoadjuvanten Behandlung einen deutlichen Rückgang des Tumorbefalls in den Lymphknoten aufwiesen, wurde auf die vorher geplante Operation der Lymphknoten verzichtet. Hatten sie in den Lymphknoten nur teilweise oder gar nicht auf die neoadjuvante Immuntherapie angesprochen, fand die übliche Lymphknotendissektion statt. Die Patienten, die überhaupt nicht auf die neoadjuvante Therapie angesprochen hatten, erhielten zudem nach der Operation noch weitere unterstützende, adjuvante Therapien.

Bei 61 Prozent der Patienten war nach der neoadjuvanten Therapie ein starker Rückgang des Tumorbefalls in den Lymphknoten zu verzeichnen, die Ansprechraten waren hoch. Nach zwei Jahren hatten diese Patienten ein hohes rückfallfreies Überleben. Bei keinem Patienten traten nach zwei Jahren Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, in anderen Organen auf. Dadurch, dass darauf verzichtet worden war, die Lymphknoten großräumig zu entfernen, litten diese Patienten zudem nicht unter den damit oft verbundenen Folgeerscheinungen, was sich positiv auf die Lebensqualität auswirkte.

Womöglich könne in Zukunft auf die Ausräumung der Lymphknoten verzichtet werden, wenn Patienten mit malignem Melanom im Stadium III auf eine neoadjuvante Immuntherapie gut ansprechen, so das Fazit der Studienautoren.

 

Quelle:

Blank CU et al. Survival data of PRADO: A phase 2 study of personalized response-driven surgery and adjuvant therapy after neoadjuvant ipilimumab (IPI) and nivolumab (NIVO) in resectable stage III melanoma. ASCO 2022, abstract 9501

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Zurück

Zuletzt aufgerufen am: 17.08.2022 12:13