Ob ein metastasiertes Melanom weiter voranschreiten wird oder nicht

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In einer Studie wurden Faktoren identifiziert, die für ein hohes Risiko nach einer Immuntherapie sprechen.

Bei einer Therapie mit einem Checkpoint-PD-1-Blocker kann es bei Patienten mit metastasiertem malignem Melanom über kurz oder lang dazu kommen, dass der Tumor weiter voranschreitet. Wissenschaftler untersuchten, welche Faktoren ein erhöhtes Rückfallrisiko anzeigen. Sie berichteten über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Cancer.

Die Forscher werteten die Daten von 383 Patienten mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs aus, die zwischen 2009 und 2019 mit einem PD-1-Blocker behandelt worden waren. Bei 247 von ihnen schritt die Krankheit im Laufe der Zeit weiter voran. Wie sich herausstellte, hatten die Art der zuvor verabreichten Therapien oder der Tumortyp keinen Einfluss darauf, ob und wann die Krankheit weiter voranschritt oder nicht. Jedoch wirkten sich bestimmte klinische Parameter auf das Risiko aus, die zum Zeitpunkt, als der Tumor wieder voranschritt, erhoben worden waren: die Konzentration an Laktatdehydrogenase (normale Werte besser als erhöhte), ein günstigeres Tumorstadium (Stadium IV M1a besser als M1b, M1c oder M1d), der Mutationsstatus (keine NRAS- oder BRAF-Mutation besser als BRAF-Mutation), eine geringere Tumormasse und das Voranschreiten einzelner Tumorherde im Vergleich zu mehreren.

Gut die Hälfte der Patienten erhielt, als die Krankheit weiter voranschritt, eine zusätzliche systemische Therapie, zum Beispiel eine BRAF-/MEK-Hemmung oder eine Immuntherapie mit einem CTLA4-Blocker oder einer Kombination aus CTLA4-Blocker und PD-1-Blocker. Besonders gute Ansprechraten wurden bei der zielgerichteten Therapie mit BRAF-/MEK-Hemmern erreicht.

 

Quelle:

Patrinely JR et al. Outcomes after progression of disease with anti–PD‐1/PD‐L1 therapy for patients with advanced melanoma. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 28. Mai 2020, https://doi.org/10.1002/cncr.32984

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 28.10.2020 18:20