Nicht nur eine Krebserkrankung

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Nach einer ersten Krebserkrankung können die Betroffenen später erneut an Krebs erkranken. Bestimmte Kombinationen kommen dabei offenbar häufiger vor.

Eine zweite Krebserkrankung, nachdem eine erste überstanden wurde, ist keine Seltenheit. Offenbar gibt es dabei eine Häufung bestimmter Kombinationen, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology berichteten. 

Die Forscher werteten die Daten von 24.417 Patienten aus, bei denen während der Diagnostik auch Genanalysen vorgenommen worden waren. Erkrankungen an hellem, also nicht-melanozytärem Hautkrebs (Plattenepithelkarzinom der Haut, Basalzellkarzinom) waren von der Analyse ausgeschlossen.

18 Prozent der Patienten erkrankten im Laufe ihres Lebens an mindestens zwei eigenständigen Krebserkrankungen, 80% davon an zwei, vier Prozent sogar an mehr als vier. Die Untersuchung, welche Krebsarten im „Doppelpack“ vorkamen, ergab überproportionale Häufungen, darunter Dickdarm- und Dickdarmkrebs, Prostata- und Bauchspeicheldrüsenkrebs, Harnblasen- und Prostatakrebs bei Männern sowie Brust- und Brustkrebs, Lungen- und Lungenkrebs, Brust- und Bauchspeicheldrüsenkrebs, Schilddrüsen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs bei Frauen. Besonders oft erkrankten zudem Männer und Frauen nach einem ersten malignen Melanom (schwarzer Hautkrebs) an einem zweiten Melanom sowie Frauen nach einer ersten Erkrankung an Gebärmutterhalskrebs an Eierstockkrebs.

36% der Patienten hatten sich Tests nicht nur der Tumorgene, sondern auch ihrer eigenen Gene unterzogen. Dabei traten bestimmte Genvarianten zutage, die die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten mehrerer Krebserkrankungen im Lebensverlauf erhöhten. Die wichtigsten Genveränderungen mit einem hohen Risiko für zwei oder mehr Krebserkrankungen im Lebensverlauf waren Mutationen in den BRCA1 und 2-Genen.

Gut ein Fünftel der Patienten in dieser Studie erkrankten im Lebensverlauf an mehr als einer Krebserkrankung. Dabei, so die Zusammenfassung der Studienautoren, kamen bestimmte Kombinationen von Krebsarten besonders häufig vor. 

 

Quelle:

Cadoo KA et al. Characterization of patients with multiple primary tumors. J Clin Oncol 2020, 38(suppl; abstr 1502)

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 22.10.2020 16:24