Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs: Therapieerfolg auch bei etwas verzögerter Immuntherapie

Nachricht vom 23. Februar 2022

Angaben zum Autor und Erstelldatum finden Sie am Ende des Beitrages.

Wenn sich die Immuntherapie nach der Chemostrahlentherapie ein wenig verzögert, bleiben die guten Behandlungsergebnisse offenbar trotzdem bestehen. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung unter Alltagsbedingungen.

Patienten mit nicht-operablem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im Stadium III profitieren davon, wenn sie nach der erfolgreichen Behandlung mit Chemostrahlentherapie noch eine Immuntherapie mit einem PD-L1-Checkpointblocker erhalten (s. auch Meldung vom 9.2.2022). In einer Studie mit Daten, die im normalen klinischen Alltag erhoben wurden, spielte die Länge der Wartezeit zwischen den beiden Behandlungen für den Therapieerfolg offenbar keine Rolle. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift International Journal of Radiation, Oncology, Biology and Physics veröffentlicht.

Rückblickend wurden die Daten von 728 Patienten ausgewertet, die wegen eines nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms im Stadium III eine Chemostrahlentherapie erhalten hatten. Nach Beendigung der Bestrahlung begannen sie innerhalb von 120 Tagen eine Immuntherapie mit einem in dieser Situation bewährten PD-Blocker. Die Hälfte der Patienten startete mit der Behandlung bis zum 41. Tag nach Ende der Strahlentherapie.

Wie sich herausstellte, spielte der Zeitpunkt, ab dem die Immuntherapie innerhalb der Frist von 120 Tagen begonnen wurde, keine Rolle für den Behandlungserfolg. So war beispielsweise ein Beginn der Immuntherapie bis zum 14. Tag nach Ende der Bestrahlung nicht mit einem verbesserten Überleben verbunden.

Auch bei einer Verzögerung der Immuntherapie innerhalb des Zeitfensters von 120 Tagen nach Abschluss der Bestrahlung könne diese offenbar ihre zusätzlichen Wirkeffekte bei nicht-operablem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs entfalten, so die Studienautoren. Für manche Patienten kann es hilfreich sein, nach der Chemostrahlentherapie eine kleinere Pause einzulegen, damit sie sich von den Strapazen erholen können, bevor die nächste Behandlung startet.

 

Quelle:

Bryant AK et al. Timing of Adjuvant Durvalumab Initiation Is Not Associated With Outcomes in Stage III Non-small Cell Lung Cancer. Internation Journal of Radiation, Oncology, Biology and Physics, Onlinevorabveröffentlichung am 31. Januar 2022;S0360-3016(22)00002-5; DOI:10.1016/j.ijrobp.2021.12.176

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Zurück

Zuletzt aufgerufen am: 20.05.2022 15:17