Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs: Molekular ausgerichtete Therapie bringt Überlebensvorteile

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Bei sogenanntem ALK-positivem Lungenkrebs profitieren die Patienten, wenn sie mit einem ALK-Hemmer behandelt werden.

Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC), bei denen das Enzym anaplastische-Lymphom-Kinase (ALK) im Tumorgewebe verändert ist (sogenannter ALK-positiver Lungenkrebs), können in der Ersttherapie mit dem ALK-Hemmer Crizotinib behandelt werden. In den jetzt in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology veröffentlichten Endergebnissen einer Studie zeigte sich, dass sich durch diese Behandlung die Überlebenszeiten verlängern lassen.

An der Studie hatten Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs teilgenommen, der entweder lokal fortgeschritten war, sich bereits mit Tochtergeschwülsten, sogenannten Metastasen, in andere Organe ausgebreitet hatte oder nach zunächst erfolgreicher Therapie zurückgekehrt war. Sie erhielten entweder den ALK-Hemmer Crizotinib oder eine Chemotherapie. Die meisten Patienten der Chemotherapiegruppe erhielten zudem nach Beendigung dieser Behandlung zusätzlich Crizotinib.

Zunächst zeigten sich bezüglich des Gesamtüberlebens zwar zahlenmäßig Vorteile für die mit Crizotinib Behandelten, diese waren statistisch jedoch nicht signifikant. So lebte die Hälfte der Patienten aus der Chemotherapiegruppe 47,5 Monate und länger. In der Crizotinibgruppe hingegen konnte dieser Messwert (medianes Gesamtüberleben) gar nicht ermittelt werden, weil zum Zeitpunkt der Datenerhebung noch immer mehr als die Hälfte der Patienten lebten. Die Wahrscheinlichkeit, nach vier Jahren noch am Leben zu sein, betrug in der Chemotherapiegruppe 49 Prozent, in der Crizotinibgruppe knapp 57 Prozent. 

Die fehlende Signifikanz der Unterschiede begründeten die Studienautoren damit, dass die meisten Patienten der Chemotherapiegruppe anschließend noch mit Crizotinib behandelt wurden und somit auch die Vorteile dieser Therapie genießen durften. Sie hatten offenbar vergleichbare Gesamtüberlebenszeiten wie diejenigen Patienten, die von vornherein mit Crizotinib behandelt worden waren. Die ungünstigsten Überlebenszeiten indes hatten die wenigen Patienten, die nur Chemotherapie erhalten hatten.

Nach Einschätzung der Studienautoren profitieren Patienten mit fortgeschrittenem ALK-positivem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs deutlich von einer Ersttherapie mit dem ALK-Hemmer Crizotinib.

 

Quelle:

Solomon B J et al. Final Overall Survival Analysis From a Study Comparing First-Line Crizotinib With Chemotherapy: Results From PROFILE 1014. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 16. Mai 2018, DOI: https://doi.org/10.1200/JCO.2017.77.4794

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Weitere Nachrichten zum Thema Lungenkrebs

Zurück

Aktualisiert am: 18.12.2018 14:02