Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs: Gewichtszunahme erwünscht

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Während einer systemischen Therapie bei fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs an Körpergewicht zuzulegen, geht offenbar mit einer besseren Prognose einher.

Bei einer Erkrankung an fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) verlieren die Betroffenen nicht selten ungewollt an Körpergewicht, was mit schlechteren Überlebenschancen verbunden ist. Nehmen die Patienten dagegen während der systemischen Therapie wieder an Gewicht zu, ist dies offenbar ein Indikator für eine erfolgreiche Behandlung und eine bessere Prognose. Dies berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Annals of Oncology.

Die Forscher analysierten rückblickend die Daten von drei internationalen Phase III-Studien mit insgesamt 2.301 Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs. Alle hatten eine platinbasierte Chemotherapie mit oder ohne den Angiogenesehemmer Bevacizumab und eine Erhaltungstherapie erhalten. Vor und nach jedem Therapiezyklus wurde das Körpergewicht ermittelt. 

Bessere Überlebenszeiten bei größerer Gewichtszunahme

18 Prozent der Patienten nahmen im Laufe der Zeit mehr als fünf Prozent ihres Gewichts wieder zu – die Hälfte von ihnen kam innerhalb von drei Wochen auf das Ausgangsgewicht zurück. Das mediane Gesamtüberleben betrug in dieser Gruppe 16, 7 Monate – d.h. zu diesem Zeitpunkt war die Hälfte der Patienten noch am Leben. Unter den Patienten, die höchstens fünf Prozent ihres Gewichts zulegten, betrug das mediane Gesamtüberleben 10,7 Monate. Auch das Überleben bis zum weiteren Voranschreiten des Tumors war in der Gruppe derer, die mehr Gewicht zunahmen, besser, ebenso die Ansprechrate auf die Therapie und die Krankheitskontrollrate. 

Während der Therapie das Körpergewicht überwachen

Offenbar zeige eine stärkere Gewichtszunahme nach Beginn einer systemischen Therapie bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs schon frühzeitig an, dass die Behandlung gut anschlägt und Vorteile bringt, so die Schlussfolgerung der Studienautoren. In diesem Sinne könne es während der Therapie also lohnen, regelmäßig das Körpergewicht zu kontrollieren, um zusätzliche Informationen über den Krankheitsverlauf zu erhalten.

 

Quelle:

Patel, J. D. et al.: Relationship between Efficacy Outcomes and Weight Gain during Treatment of Advanced, Nonsquamous, Non-small Cell Lung Cancer Patients. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 23. Mai 2016, doi: 10.1093/annonc/mdw211

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 28.07.2017 16:25