Neuroendokrine Tumoren: Werden häufiger

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Mehr Fälle im Frühstadium können diagnostiziert werden, die Überlebensaussichten haben sich verbessert.

Die Zahl der Diagnosen neuroendokriner Tumoren, sogenannter NET, wächst. Dies zeigen Daten aus den USA, die kürzlich in der Fachzeitschrift JAMA Oncology veröffentlicht wurden.

Die Forscher werteten rückblickend die Daten einer großen US-amerikanischen Datenbank (Surveillance, Epidemiology, and End Results, SEER) aus, in der 64.971 Fälle neuroendokriner Tumoren von 1973 bis 2012 festgehalten waren. Rund 53 Prozent von ihnen betrafen Frauen. Von 1973 bis 2012 stieg die altersangepasste Häufigkeitsrate an NET-Neuerkrankungen von 1,09 Fällen pro 100.000 Einwohner um das Sechseinhalbfache auf 6,98 Fälle pro 100.000 Einwohner. Die Zunahme an Neuerkrankungen betraf alle Tumorstadien und –grade sowie alle Entstehungsorte der Tumoren. Die häufigsten Neuerkrankungen fanden sich in der Lunge, im Magen-Darmtrakt und bei NET unbekannter Herkunft. 

Seit Anfang des neuen Jahrtausends verbesserten sich die Überlebenschancen bei der Erkrankung: Vom Zeitraum 2000-2004 bis zum Zeitraum 2009-2012 nahm das Gesamtüberleben signifikant zu. Besonders groß waren die Zuwächse an Überlebenszeit bei fortgeschrittenen NET im Magen-Darmtrakt und in der Bauchspeicheldrüse.

Für die Zunahme der Häufigkeit von NET machen die Studienautoren insbesondere die verbesserte Diagnostik verantwortlich, wodurch mehr frühe Krankheitsstadien entdeckt und späte Krankheitsstadien verhindert werden können. Auch neue, effektvollere Therapien wurden eingeführt, sodass sich die Überlebensaussichten der Betroffenen verbessern konnten.

 

Quelle:

Dasari, A. et al.: Trends in the Incidence, Prevalence, and Survival Outcomes in Patients With Neuroendocrine Tumors in the United States. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 27. April 2017, doi:10.1001/jamaoncol.2017.0589

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 28.07.2017 16:25