Neuroendokrine Tumoren der Lunge: Was beeinflusst die Prognose?

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Wenn die Tumoren operativ entfernt werden können, sind die Überlebensaussichten generell gut. Doch gibt es Faktoren, die sich ungünstig auf die Prognose auswirken.

Neuroendokrine Tumoren, kurz NET, in der Lunge sind selten, sie machen nur etwa ein Prozent aller bösartigen Lungentumoren aus. In einer Studie wurde untersucht, welche Faktoren ausschlaggebend für eine ungünstige Prognose bei diesen seltenen Tumoren sind. Die Ergebnisse erschienen kürzlich in der Fachzeitschrift Acta Oncologica.

In der Studie wurden rückblickend die Daten von 133 Patienten mit NET der Lunge untersucht, die sich zwischen 1990 und 2013 im Universitätsklinikum der Stadt Helsinki, Finnland, einer Operation unterzogen hatten. Drei Viertel der Tumoren wiesen typische feingewebliche Eigenschaften auf, ein Viertel zeigte ein atypisches Erscheinungsbild. Die Patienten mit einem typischen NET hatten ein besseres Zehn-Jahres-krankheitsbezogenes Überleben – von ihnen war in zehn Jahren nur ein Prozent an den Folgen der Krankheit verstorben, von den Patienten mit atypischem NET waren es 18 Prozent. 

Hormonell aktive Tumoren, die bei 53 Prozent der Patienten vorkamen, bildeten vor allem Serotonin, Calcitonin und Adrenocortikotropes Hormon (ACTH). Diese Hormonproduktion hatte jedoch keinen Einfluss auf das krankheitsbezogene Überleben. Ungünstig für die Prognose wirkte es sich hingegen aus, wenn sich der Tumor bereits mit Tochtergeschwülsten, sogenannten Metastasen, in andere Organe ausgebreitet hatte, wenn der Tumor drei Zentimeter oder größer war oder wenn er in der feingeweblichen Untersuchung ein atypisches Erscheinungsbild zeigte. Außerdem spielte der sogenannte Ki-67/MIB-1 Index für die Prognose eine Rolle: Ein Ki-67 ab 2,5% war mit einem kürzeren krankheitsbezogenen Überleben verbunden. Ki-67 ist ein Marker für die Wachstums- und Teilungsfreudigkeit der Zellen.

Grundsätzlich, so die Einschätzung der Studienautoren, sei die langfristige Prognose bei NET der Lunge günstig, wenn die Tumoren operativ entfernt werden könnten. Eine wichtige und folgenreiche Unterscheidung, die bereits bei der Erstdiagnose getroffen werden müsse, sei die zwischen typischen und atypischen Tumoren.

 

Quelle:

Vesterinen T et al. Clinicopathological indicators of survival among patients with pulmonary carcinoid tumor. Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 20. Februar 2018, https://doi.org/10.1080/0284186X.2018.1441543   

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 19.07.2018 22:01