Neurodermitistherapie: Kein erhöhtes Hautkrebsrisiko

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Die Anwendung von Salben mit Calcineurinhemmern bei atopischer Dermatitis erhöht das Risiko für hellen Hautkrebs nicht.

Bei atopischer Dermatitis, auch Neurodermitis genannt, ist oftmals eine topische Behandlung mit Salben oder Cremes notwendig, die sogenannte Calcineurinhemmer enthalten. Bislang war unklar, ob diese Wirkstoffe, wenn sie langfristig angewendet werden, das Risiko für hellen Hautkrebs erhöhen. Wissenschaftler gaben jetzt in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology Entwarnung, nachdem sie in einer großen Studie entsprechende Daten ausgewertet haben.

In der Studie wurden rückblickend die Daten von fast 94.000 erwachsenen Patienten ab 40 Jahren mit atopischer Dermatitis analysiert. Ein Teil von ihnen wurde wegen der Hautentzündungen mit topischen Calcineurinhemmern behandelt, die überwiegende Mehrheit der Patienten erhielt topische Kortikosteroide oder keine dieser beiden Therapien. 

Im Vergleich zu den Patienten, die mit topischen Kortikosteroiden behandelt worden waren, hatten die Patienten, die topische Calcineurinhemmer erhielten, kein erhöhtes Risiko für hellen Hautkrebs: Weder Basalzellkarzinome, noch Plattenepithelkarzinome traten unter oder nach der Behandlung häufiger auf. Und auch im Vergleich zu denjenigen, die weder topische Kortikosteroide noch topische Calcineurinhemmer erhalten hatten, war das Hautkrebsrisiko nicht erhöht. Ebenso wenig spielte es eine Rolle, wie lange die topischen Therapien angewendet worden waren, in welcher Dosierung oder wie häufig.

Damit, so die Studienautoren, konnte kein Nachweis erbracht werden, dass eine topische Anwendung von Calcineurinhemmern bei Erwachsenen mit atopischer Dermatitis das Risiko für hellen Hautkrebs erhöhen würde.

 

Quelle:

Asgari MM et al. Association Between Topical Calcineurin Inhibitor Use and Keratinocyte Carcinoma Risk Among Adults With Atopic Dermatitis. JAMA Dermatology, Onlinevorabveröffentlichung am 12. August 2020, doi:10.1001/jamadermatol.2020.2240

 

(KvK)

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